Ich kann mich kaum mehr erinnern, wann ich das letzte Mal bei H&M war. Oder überhaupt Klamotten gekauft hab. Es könnte so einen Monat zurückliegen und das ist ziemlich lange für unsere konsumverwöhnte Generation. Ich befinde mich gerade wohl auf einem Scheideweg (hoffe ich doch!), nicht mehr soviel bei den großen Ketten zu kaufen -das war ja so eigentlich mein modischer Vorsatz für das Jahr 2010. Um Motivation handelt es sich hierbei aber eigentlich nicht. Ich bin schlichtweg gerade nicht interessiert daran. Wer mich fragt, wann ich das letzte Mal bei Zara war, muss sich damit abfinden, keine befriedigende Antwort zu bekommen. Ich weiß es schlichtweg nicht mehr (bis auf den kurzen und nebenbei von praktischer Natur herrührendem Winterjackenkauf im bitterkalten Berlin vor zwei Wochen). Abstinent bin ich jetzt aber auch nicht (soviel zur Motivation, aber mit Vorsätzen habe ich eh nicht soviel am Hut, dafür bin ich zu realistisch und dafür kenne ich mich einfach zu gut). Ich gebe es zu: Ich schaue von Dienstag (denn da kommen neue Artikel) bis Samstag täglich bei Topshop vorbei, um zu schauen, was es denn jetzt so Neues gibt, ohne dabei wirklich etwas zu kaufen. Sei es aus notorischem Geldmangel oder mangelndem Interesse (wahrscheinlich eher Ersteres, denn bei Topshop würde ich immer etwas finden) -Topshop und Konsorten schaffen es einfach, Mode leicht verdaulich und immer erreichbar zu machen. Konsumieren war noch nie so einfach, wahrscheinlich auch noch nie so vorhersehbar und somit manchmal auch langweilig. Zwei Klicks -gekauft. Pah, wie furchtbar easy und so wird das zum Zeit-Fressen eingesetzt, was früher (gaaanz früher) ein lange vorher geplanter Akt war (in den Zeiten, als Omi noch jung war und es noch Sonntagsanzüge gab), Lückenbüßer-Handlungen, wow. Im Internet einkaufen -das ist wie Farmville bei Facebook spielen -nur dass man für’s Online-Shopping genügend Moneten braucht und es sich hier um IRL existierende Artikel handelt und nicht um die Schiedsrichterkuh oder einen Halloween-Kürbis. Konsumgeile Welt mit den kritikgeilen Konsumgegnern.
Aber guckt mal, die Sachen da unten fände ich ganz gut. Aber ich hab die Moneten dafür nicht. Da bleibt mir halt nur noch übrig, Farmville zu spielen. Aber das sieht der andere Teil meiner Persönlichkeit nicht ein, nämlich der pseudointellektuelle, der Arte und BR Alpha guckt und nicht MTV (dafür ist der andere zuständig, der mit Topshop und Facebook).
Wie ihr seht, ich befinde mich in einer verzwickten Lage.

1. Kleinmädchen-Phantasie
2. Sieht aus wie Dior S/S 10 (ganz entfernt, aber dennoch)
3. Gab’s Anfang der Nuller so ähnlich bei Orsay und Takko, haben früher die Früchtchen rund um Mandy und Co. getragen und ist deswegen irgendwie ganz geil
Also doch lieber Topshop als Farmville. Da hat man wenigstens noch Aussicht auf was Hartes auf der Hand -wenn denn die Moneten (zum dritten Mal in diesem Text) da sind.
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ich glaube das liegt durchaus noch an der “unerreichbarkeit”, oder besser schlechteren erreichbarkeit. wenn selbst hinterwolfingen h&m anbietet und die blogs jede zara-regung mit 230 fotos belegen schwindet eben das begehren. nachfrage durch limitiertes angebot zu pushen ist ja ein alter marketingtrick.
Mary hat Recht. Die Unerreichbarkeit eines Angebotes macht es für mich das Produnkt immer interessanter, leider.
Ich werde bei TopShop auch fast immer fündig, aber meine anfängliche Kaufwut schwand nachdem die Sachen ankamen. Hätte ich die Sachen im Geschäft gekauft, wären 90 % über das Rückgaberecht wieder dort gelandet oder wären gar nicht erst in meinem Einkaufskorb gelangt.
H&M und Zara sind für mich aber vor allem aus einem Grund unattraktiv geworden: Immer mehr Mädels/Frauen lesen Blogs oder schreiben gar welche. So werden einzelne Teile von H&M und Co. so gepusht, das sie auf einmal alle nachkaufen, auch wenn sie vorher unbeachtetgeblieben wären. Die Sachen werden gekauft, egal ob sie einem stehen oder nicht, denn der “Ich will auch haben” Effekt setzt ein.