Valeries Menarche (*)

April 14, 2010

Okay, okay, inwieweit man die kleinen softerotischen Filmchen der Spätsechziger und Siebziger für ästhetische Glanzleistung halten kann -darüber lässt sich wahrscheinlich streiten (finde ich eigentlich nicht, aber hey, ich steh ja auch total auf die Schulmädchen-Report-Streifen, bei mir ist eh alles verloren). Nicht aber über deren Wichtigkeit im Bezug auf die allgemeine sexuelle Revolution und Emanzipation.
Die 68er und ihre unkonventionelle Art und eben auch ihr freier Umgang mit Sexualität haben für mich ganz Unterhaltsames hervorgebracht, das für den Verlauf der Pop-/Kulturgeschichte doch nicht ganz unrelevant ist. Ein Beispiel ist “Valerie and Her Week of Wonders”, ein 1970 erschienener tschechischer Streifen, der bizarrer gar nicht sein könnte. Die 13-jährige Valerie stolpert durch ihr seltsames Dörfchen, mit ihrer Oma, die im Prinzip erst so Anfang 30 ist, magischen Ohrringen, jungen (auch mal nackeligen) Mädchen (heute undenkbar), lüsternen Priestern (hochaktuell!), Vampiren -hey, ihr Twilight-Pisser!-, entgeht nur knapp dem Tod auf dem Scheiterhaufen und landet schließlich wieder in ihrem Bett, nachdem sie im Teich gebadet , jungen Mädchen beim Küssen und Erdbeeren Essen zugeschaut hat und dem irren Reigen der Erwachsenenwelt begegnet ist. Darum nämlich, weil sie irgendwie zum ersten Mal ihre Periode hat und dann ja quasi so kein Kind mehr ist und Erwachsene verwirren halt junge Menschen, is’ ja alles neu und so. Eine Unterhaltungsbombe sondergleichen und wer das nicht zu schätzen weiß, hat hier nichts verloren, in your face, geh New Moon gucken! Das macht übrigens auch noch Lust auf Sommer-Orgien am See mit dämlichen Blumenkränzen im Haar, literweise Rotwein und katholische Messen halten mit Mädchen in weißen Kleidern und mit Kerzen (wahrscheinlich auch, weil ich an meiner Kommunion kein Kinderbrautkleid hatte und generell mehr zerrissene Jeans trug, aber ich hör jetzt besser auf).
Noch ein kleines Plus: Broadcasts Album “Haha Sound” wurde von diesem Film inspiriert und die Band hat sogar einen Song namens “Valerie”. Ultradick!

valerie
Jedes Mädchen wär gern ein bisschen wie Valerie: bisschen sexy, bisschen unschuldig

valerie and her week of wonders
Ja, ich mag den auch Film wegen den weißen Jungfrauenkleidern.
film
Oft kopiert, nie erreicht: Valeries Zimmer, zum verträumten Mädchenbloggerwunschzimmer erhoben.

Der ultimative Broadcast-Song:

(*) was bin ich gewitzt!

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One Response to Valeries Menarche (*)

  1. mais oui on April 14, 2010 at 23:36

    yeah, broadcast! nächste woche in london, wuuhu!

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