Die Navajo-Print-Serie Pt.1: Herkunft

July 19, 2010

Es ist immer ein bisschen schwierig, Kleidungsstücke eines alten, traditionenbehangenen und uns eher fremden Volkes zu tragen, ohne dabei mit der üblichen westlichen Kopflosigkeit zugange zu sein, die uns fast allen durch Erziehung, Umwelt und Gesellschaft in irgendeiner Form anhaftet.

Das berühmte Navajo-Muster spielt in der Mode immer wieder eine Rolle und scheint auch jetzt und in nächster Zukunft wieder eine Renaissance zu erleben -zumindest sehe ich es überall (vielleicht auch nur, weil ich besonders darauf achte, kennt man ja von den Umzugslastern beim Umziehen, wer weiß…). Vielleicht täusche ich mich auch, der “coole Matrosenlook” wird ja auch jede Saison in den trivialen Modemagazinen als das neue Revival schlechthin gefeiert, aber jetzt mal alle Modetrends beiseite gelassen.

Dem Hintergrund des Navajo-Muster war ich bis jetzt allerdings -zumindest bewusst- nicht vertraut, wusste lediglich, dass es wohl ein indianischer sein musste und fand mich damit ab, dass die Decken und gewebten Stoffe eben ganz hübsch anzusehen sind. Alle Ignoranz mal über Bord geworfen, habe ich mich ein bisschen in die Geschichte eingelesen (ich bin da ja schon ein bisschen Stolz auf mein Interesse für Ethnik und Kulturen, das der Facebook-Infoflut-Generation  immer so fälschlicherweise ein bisschen abgesprochen wird, jaja… ).
Die Diné-Indianer sind laut Wikipedia (dessen Glaubwürdigkeit ich normalwerweise immer mit einem gewissen Grundzweifel begegne, hier bin ich einfach mal gutgläubig) das zahlenmäßig größte indianische Volk in den USA und ist besonders und trotz seiner großen Zahl an Rohstoffen stark verarmt. Im 17. Jahrhundert, nachdem die Spanier nach Nordamerika auswanderten und in die Nähe des Volkes ansiedelte, stahlen die Diné unter anderem Schafe von den Europäern und machten sie sich zunutze. Aus der Wolle, beispielsweise, entstanden die für das Volk so charakteristischen Teppiche und Decke (diyogí), die Ende des 19.Jahrhunderts zu einem beliebten Souvenir wurden (und es heute wohl noch sind). Ferner sind sie weder aus religiösen noch traditionellen Motiven entstanden. Seit jeher zeichnen sich originale Navajo-Produkte durch eine hohe Qualität und einen damit verbundenen hohen Preis aus. Zahlreich wird das Muster mittlerweile von vielen Marken und Designern übernommen. Ob das moralisch verwerflich ist, sei dahin gestellt. Leisten könnte ich mir einen originalen Navajoteppich wohl nie. Ob zumindest das historische Wissen darüber es rechtfertigt, billigere Kopien zu kaufen -ich weiß es nicht so recht, kann es egoistischerweise aber auch nicht so verwerflich finden und das Gegenteil würde wohl all meine folgenden Postings darüber ins negative Licht rücken.navajo
alle Bilder: wikipedia.com (de/en), wikimedia commons

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One Response to Die Navajo-Print-Serie Pt.1: Herkunft

  1. gogetyourselfagun on July 19, 2010 at 23:17

    Diese Haltung nervt, denn am Ende, so deuten es zumindest deine letzten Sätze an, wirst du doch wieder “der üblichen westlichen Kopflosigkeit (…), die uns fast allen durch Erziehung, Umwelt und Gesellschaft in irgendeiner Form anhaftet” anheim fallen und fragwürdigen Tendenzen in der Mode auf den Leim gehen. Wozu dann also dieser müßige Text, vor dessen kryptischem Satzbau ich als Leserin kapituliere? Er hält nicht ein, was er zu versprechen meint.

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