Marina and the Diamonds

September 14, 2010

Marina Diamandis hat sich selber das Klavierspielen beigebracht, brauchte 5 Jahre bis zu ihrem jetzigen Erfolg, hatte bis vor dieser Zeit eigentlich noch nie so öffentlich gesungen und hat geübt und geübt und geübt. Sie ist Halbgriechin und Waliserin. Dass sie live immer noch manchmal holprig klingt, gehört eindeutig zu ihrem Charme, im Internet existiert eine Aufnahme, in der sie Gwen Stefanis „What you waiting for“ covert, ich als Musiklaie fand das etwas unglücklich, aber schon wieder unglücklich gut. Ich hab sie im Juni live gesehen und fand sie großartig (gut mit Plüschhamburgern besticht man mich leicht) Mag ja jeder, zielstrebige Menschen. Und dann auch noch solche mit Humor, die wirklich nichts unversucht lassen und sich bei einem Casting für Boygroups oder Musicals  (König der Löwen, Mann, so ein Biss muss belohnt werden) blicken lassen, in der irrationalen Hoffnung, genommen zu werden. Keiner wollte sie, zu ihrem Glück, wahrscheinlich. Manager hatte sie auch keinen. Im ZEITmagazin hat sie mal gesagt, sie sei egozentrisch. Sie gibt das wenigstens offen zu.

marina and the dia

Dank ihres exzentrischen Kleidungsstils wird sie ab und an mit Lady Gaga verglichen (oder Katy Perry), das find ich blöd und das passt nicht. Während Gaga eher ein Abbild der amerikanischen Durchschnittsgesellschaft ist und so vielleicht Kritik übt (oder üben könnte), ist Marina and the Diamonds diejenige, das Kapitalistische im Musikbusiness offen und mit Humor ankreidet -und trotzdem von der amerikanischen Popkultur besessen ist. Marina ist übrigens Solokünstlerin, das Anhängsel „and the Diamonds“ soll ihre Fans verkörpern, am Anfang ihrer Karriere waren die imaginär und gaben ihr quasi Rückendeckung und moralische Unterstützung. Ist ja bestimmt nicht so einfach, in diesem Geschäft zu überleben.

marina diamandis

Klamottentechnisch bewegt sie sich zwischen mutigen Jungdesignern und Secondhand-Kitschigkeit, dass es mir die Tränen in die Augen treibt -vor Freude. Marina ist eine, die scheißt auf Moderegeln, trägt zentimeterdicken Schwarzlicht-Neon-Lippenstift (aber kein Make-up) und hat irgendwie viel schönere Videos als Lady Gaga: klein, süß, bunt, unperfekt und witzig.
Ihr Musikgeschmack war früher auch eher immer normal, sagt sie. Und bleibt trotzdem irgendwie seltsam. Ich mag das.

marina


Bilder über thefashionspot.com, fymarinadiamandis.tumblr.com

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4 Responses to Marina and the Diamonds

  1. Siska on September 14, 2010 at 19:42

    ich find sie ja wahnsinnig hübsch, aber damals aufem southside bin ich nach gefühlten 10 sekunden geflüchtet, weil ich sie live mal so gar nicht mochte…

  2. postBlue on September 14, 2010 at 22:53

    das mädel nervt irgendwie. aber eine süße liebeserklärung ist das hier trotzdem.

  3. wolken.frei on September 15, 2010 at 08:26

    volle zustimmung! sympathisch, authentisch und sehr erfrischend. love that girl.

  4. laura on September 15, 2010 at 14:26

    ich finde sie und ihr album unglaublich toll und neben florence und der goulding eine der perfektesten newcomersängerinnen.

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