Eine persönliche Wende

September 29, 2010

Die meisten von uns können es sich nicht leisten, teure Designerkleidung zu kaufen. Teure Designerkleidung wird aber in der Modeszene getragen. Meistens von Berühmtheiten, Schönheiten, wichtigen Menschen -und das wollen wir auch. Das Problem lösen die beliebten Kleiderketten, die in unheimlich großen Massen Massenware produzieren. Zu einem sehr hohen Preis und für viel Geld. Die Modefirmen, die billige Kleidung in  regelmäßigen Intervallen produzieren und mehrmals im Monat neue Ware auf den Markt bringen, expandieren weltweit und stellen sicher, dass diese auch mehrmals im Monat gekauft wird.

Was rechtfertigt den Preis eines Kleidungsstücks einer High-Street-Kette?
Das Design? Ist in der Art kopiert, dass schon Artikel aufgrund von berechtigten Plagiatvorwürfen aus dem Sortiment entfernt wurden. Ein Design kostet Geld (meistens: je bekannter der Designer, desto mehr). High-Street-Ketten kopieren bekanntermaßen Designs großer Modehäuser. Dafür zahlen wir also nicht.
Das Material? Ist schlecht. Mies. Der Preis für einen Pullover, der aus Kunstwolle besteht und kratzt, steht in keiner Relation zum Preis. Es sei denn er ist dementsprechend niedrig ( gleichermaßen ökonomisch und ökologisch fatal).

Man muss sich jetzt Folgendes fragen. Und ja, das finde ich wichtig, denn Mode ist eine enorm große Industrie, es wird konsumiert und das größtenteils moralisch und ökonomisch fragwürdig oder zumindest für mich persönlich so nicht (mehr) vertretbar.
Will ich also möglichst eine Vielzahl an topaktueller (wobei hier topaktuell sein bei ständig neuer Warenproduktion zur Sisyphusarbeit wird, zum Konsumstrudel und ist mir ein sehr bedeutungsloser Begriff )  Kleidung oder wenige, aber qualitativ einigermaßen hochwertige?
Beides ist eine Frage der Prioritätensetzung und diese Frage muss man sich stellen, hat man ein begrenztes Budget zur Verfügung (als Schüler, Student, Azubi –junge Leute sind bekanntermaßen die Zielgruppe dieser Modeketten).

Ich habe viel Spaß an der Mode, probiere gerne und viel aus –aber mittlerweile ist bei mir der Tragekomfort deutlich höher gestellt als die beispielsweise die modische Aktualität (es gibt ja auch quasi nicht mehr den einen Modetrend, alles ist möglich und mehr Frage der persönlichen Vorliebe, unterwirft man sich nicht gerade dem Diktat des Hauptstroms).
Klamottenläden waren mir in meiner Teenagerzeit das Paradies, vornehmlich der eine große mit den zwei Buchstaben aus Schweden, der überragend günstige Trendmode zum Verkauf anbot und bei dem ich tütenweise einkaufte.
Heute bin ich froh, dass es das Internet gibt und ich nicht mehr in den nächsten Konsumtempel rennen muss.  Wenn ich mal alten Zeiten nachgehe und einen solchen Shop betrete, komme ich da raus, ohne was gekauft zu haben, weil nichts meinen Ansprüchen gerecht werden kann.

mode
Originalfoto über guardian.co.uk

Einkaufen ist eine gesellschaftlich anerkannte Freizeitaktivität! Samstag Shoppingtour mit der Familie oder den Freunden. Wer kennt das nicht: Einen Tag Bummeln auf der Einkaufsstraße (die wirklich x-beliebiger nicht sein könnte, weil überall gleich), mittags wird der Magen erst mal mit einem Fast-Food-Produkt kurzzeitig gefüllt, nachmittags kehrt man im populären SB-Café mit dem grünen Engel ein (das ist noch mal eine andere Geschichte). Das ist austauschbar, das ist anstrengend.
Dieser Überkonsum führt bei mir zu einer Unlust, überhaupt noch zu kaufen, zu (ver-)brauchen.

Nun ist es aber wie gesagt nicht so, dass ich viel Geld übrig hätte für meine Garderobe und gute Qualität verbunden mit ansprechendem Design seinen gewissen Preis hat.
Meistens bin ich immer pleite. Das finde ich doof, aber nicht schlimm.

Wie löse ich also dieses Problem: Ich habe Anspruch auf Qualität (Design, Verarbeitung, Herstellung), aber einen meist leeren Geldbeutel.
Mir bleibt nichts anderes übrig als Prioritäten zu setzen. Und zwar die für mich richtigen.

Am Anfang des Jahres wurde ich nach meinen modischen Vorsätzen gefragt. Ich hatte einen Vorsatz:
Nicht mehr soviel schlechte Kleidung zu kaufen. Überhaupt nicht mehr soviel zu kaufen.
Man muss dazu sagen, dass ich mir nie im Leben Vorsätze mache, weil ich Vorsätze nie einhalte(n kann).

Nach fast 10 Monaten ziehe ich mal Bilanz. Hat ziemlich gut geklappt. Um ehrlich zu sein, habe ich fast gar nichts gekauft, was sich Kleidung nennen könnte. Gar nichts im Vergleich zu den Jahren davor. Meine Hingabe zur Mode ist nach wie vor groß (vielleicht größer als in den Jahren zuvor). Nur muss ich das nicht kundtun, indem ich mir massig Stuss zusammenkaufe (und das gilt für mich) und täglich meine Outfits zusammenstelle und wechsle.

Ein Beispiel:
Viele junge Frauen pilgern (ich hab gelesen, es soll mittlerweile eine Bus geben, der regelmäßig  dort hin fährt)  zu einer von 2 Filialen eines großen Textilunternehmens, die in Deutschland betrieben werden. Das folgt dem Prinzip: Je mehr verkauft wird, desto günstiger wird das Produkt (abgesehen von vielen weiteren Faktoren, die hier mitwirken und die ich hier außen vor lasse). Desto mehr sehen wir aber alle gleich aus, da können wir noch so viele Kleidungsstücke besitzen. Alle Textilunternehmen, die unter dieser Kategorie laufen, bieten meist weltweit überall die gleiche Ware an.
Billigmode wird zum Lebensgefühl. Wir besitzen ganz viel. Viel Mist.
Konsumieren wird zur kollektiven Sucht und weil Geld irgendwann mal ausgeht, muss alles möglichst günstig sein, damit man möglichst oft sein Verlangen danach stillen kann.

Wie entgeht man dem Teufelskreis des Konsums?

Statt sich mit einer Unzahl an Kleidungsstücken einzudecken, kauft man ausgewählt, überlegt: Will ich das wirklich und im Zweifelsfall wird es nicht gekauft. Da kann es auch mal sein, dass man etwas wollte und zu lange gewartet hat, weil’s dann ausverkauft ist. Keine große Sache, dann halt nicht. Innehalten und nachdenken sind hier wertvolle Tätigkeiten, die einem viel Geld und Nerven sparen können.

Eine persönliche Frage: Wann habe ich das letzte Mal auf etwas gespart, das ich wirklich wollte? Weiß ich nicht mehr. Ich mag keine Mode mehr, die man nach einer Saison in die Tonne tritt, die man nicht mehr sehen kann, weil man von ihrer Allgegenwart erschlagen wird.

Ich möchte eine Garderobe, die überschaubar ist, sich durch eine solide Qualität auszeichnet, mir steht und die ich immer tragen kann.

Das muss nicht langweilig sein. Du bist nicht das, was du trägst.
Nicht die Kleidung macht mich zu mir, sondern das, was dahintersteht.
Und welches Bild sende ich aus, wenn ich jeden Tag in einem komplett anderen Outfit in die Öffentlichkeit trete? Für mich hat es nichts Nennenswertes mehr, die neuesten Trends vorzuführen, zu zeigen, dass ich vorne mit dabei schwimme.
Das war lange Zeit o.k. so, muss ich jetzt nicht mehr haben.

Meine persönliche Ansicht darüber hat sich grundsätzlich gewandelt, dafür habe ich 9 Jahre gebraucht.
Zweieinhalb meiner Lehrjahre wurden  öffentlich im Internet dokumentiert. Manche brauchen dafür nicht so lang, andere länger oder ändern sich in dieser Hinsicht nicht und nie.
Als einen Angriff auf Menschen, die dem oben genannten Konsumverhalten entsprechen, sehe ich das hier nicht. Hier geht es nur um mich persönlich. Ich verurteile niemanden, der anders denkt und handelt. Jeder hat andere (Kauf-)Ansprüche und Kriterien, die er anwendet.

Mein neuer, sich daraus resultierender Vorsatz (und auch wenn es bis Neujahr noch eine Weile hin ist): Bewusster konsumieren und damit auch bewusster leben. Das soll so in der Mode geschehen, aber auch im Rest meiner Lebensbereiche wirken.

Als Konsument hat man eine Verantwortung und von der möchte ich Gebrauch machen. In erster Linie für meinen Segen (und vielleicht hoffentlich auch für den anderer). Ich will nicht die Welt verändern, sondern meine Gewohnheiten und trete niemandem auf die Füße (das mit der Welt kommt dann später).
Dass das nicht so einfach von heute auf morgen geht, ist mir klar, dass ich mir vermutlich irgendwann in nächster Zeit vielleicht aus einer oben beschriebenen Kette etwas kaufe, ist auch gut möglich und nicht weiters schlimm, wenn man nicht in Muster verfällt, die man eigentlich ablegen möchte. Wer sich schonmal bewusst ist, welche Macht jemand als Konsument hat, hat schonmal was richtig getan.
Aber ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg. Den könnt ihr in Zukunft auch hier weiterverfolgen.

33 Responses to Eine persönliche Wende

  1. Camille on September 29, 2010 at 16:14

    Ich habe im gleichen Zeitraum die genau gleiche Wandlung durchgemacht (und bin sehr glücklich damit). Du hast absolut Recht. Ich könnte mir bei H&M, Zara, etc gar kein Kleidungsstück mehr kaufen, auf das ich wirklich “stolz” bin, das mich ausdrückt und das zu einem Lieblingsteil wird (unter anderem auch wegen der Qualität -echt zum Schreien!). Ich bin auch immer pleite, meine Lösung heißt ebay, Flohmakt, secondhand, und Kleider von mama und Oma. Und immer aufs Etikett schauen und den Stoff anfassen.

  2. Tandlerin on September 29, 2010 at 16:24

    “Ich möchte eine Garderobe, die überschaubar ist, sich durch eine solide Qualität auszeichnet, mir steht und die ich immer tragen kann.”

    Das unterschreib ich dir sofort! Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch noch nicht so lange auf diesem Trip bin. Um das zu verwirklichen muss man sich nämlich erst mal so gut kennenlernen um wirklich zu wissen, was einem steht und was man immer tragen kann!

  3. Dori on September 29, 2010 at 16:28

    word.

  4. eve on September 29, 2010 at 16:36

    sprichst mir aus der seele kleene;D

  5. Nina on September 29, 2010 at 16:36

    Vielen Dank für Deine Gedanken. Mehr und mehr habe auch ich mich dahin entwickelt, vor allem weil mir die Sachen beim großen Schwede etc. zumeist einfach nicht mehr gefallen haben und die Omnipräsenz verstärkt noch durch Internetshop und Katalogverschickung so übermächtig war, dass ich mir einfach idiotisch vorgekommen wäre diese Sachen zu kaufen. Alles ist da im Übermaß und alles einfach so vollkommen egal. Ich dachte auch ich will nicht so berechenbar sein dass mir gesagt werden kann was ich nächste Saison anziehe. Manche Kleidungsstücke sehen so billig aus wie Faschingskostüme. Natürlich geht man noch einkaufen, aber mit dem Älterwerden ist man sowieso noch gelassener- ich hatte schon verschiedenste schwarze Stiefelletten, schwarze Kleider, und andere Lieblingsteile die mich begleitet haben und auch wieder verschwunden sind, Ich kann jetzt besser zwischen einer Laune und einem besonderen Stück unterscheiden. Denn auch wenn man einen vollen Schrank hat greift man doch meist nach ein paar ganz bestimmten Teilen, und das sind oft nicht die Superschnäppchen die man irgendwo noch mitgenommen hat, sondern etwas was man von einer Reise mit nach hause gebracht hat oder geschenkt bekommen, was für einen gestrickt wurde oder in was man sich verliebt und dafür mal viel mehr als sonst üblich berappt hat.
    Ich lese weiterhin neugierig hier, herzlichst
    Nina

  6. Ann-Christin on September 29, 2010 at 17:09

    In den meisten Punkten stimme ich dir voll und ganz zu! Beim Schweden kaufe ich meist nur noch “Basics” wie Tops o.ä., bei denen ich nicht gewillt bin, anderswo 10Ocken mehr zu zahlen.

  7. silke on September 29, 2010 at 17:45

    bravo! ich bin zwar schon eine ecke älter als du, bzw. kann mir das ein oder andere designer-teil inzwischen leisten, aber auch ich ertappe mich immer noch viel zu oft beim impulse-billigklamotten-shopping. du hast mich gerade dazu animiert, mir selber mal einen 10 punkte anti-konsum-plan aufzuschreiben. danke!

  8. Ali on September 29, 2010 at 18:44

    Hey, das ist toll. Du sprichst mir aus der Seele..

    Ich habe eine wichtige Frage, weshalb findest du Heidelberg so furchtbar?

    Liebe Grüße!

  9. melly on September 29, 2010 at 18:45

    3 worte: wun-der-bar. oder eher: stimulierend, motivierend, bestätigend.

  10. Sue on September 29, 2010 at 19:06

    Auch von mir erntest du vollste Zustimmung. Ich hatte das auch schon mal so ähnlich fomuliert, dass ich es irgendwie seltsam finde, ständig neue billige Klamotten anzuhäufen, die dann wohlmöglich nie zu tragen

    Zu meiner persönlichen Wandlung kann ich folgendes berichten:

    Nummer 1: Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, für jede neugekaufte Sache eine alte auszusortieren. Die Folge: bei jeder Kaufentscheidung fragte ich mich: “brauche ich das wirklich bzw. ist es so toll, dass ich es kaufe, obwohl ich es nicht brauche?” Die Antwort war fast immer nein, in Folge dessen habe ich dieses Jahr so gut wie nichts Neues gekauft.

    Nummer 2: auch ich hatte den Wunsch nach Qualität statt Quantität. Dementsprechend habe ich Sachen, die ich wirklich brauchte, nach der Qualität ausgewählt. Wobei ich Neuanschaffungen wie gesagt an einer Hand abzählen kann.

    Nummer 3: neulich habe ich in 3 Schüben meine Klamotten aussortiert und die selten getragenen verkauft. Wenn man das konsewuent durchzieht, kann man ordentlich Geld machen, welches man dann bei Bedarf in Hochwertiges investieren kann.

    Hach, wenn ich das so aufschreibe, fühle ich mich richtig gut :)

  11. Vanessa on September 29, 2010 at 19:33

    Und ist das nur mein Eindruck oder geht’s der halben Welt so?
    Ich werde im Moment meinen ganzen _Ballast_ los und das tut tatsächlich sehr gut. Prinzipiell lenkt das auch nur vom Wesentlichen ab. Ein paar gutes Schuhe ist auch angenehmer zu handhaben als 5, die gleich aussehen und nach 3x tragen auseinanderfallen. Und stundenlang vor dem Kleiderschrank stehen entfällt auch.

    Achso, Heidelberg ist mir zu eng und drückend, war auch schon ein paar Mal dort. Das erinnert mich an meine Stadt, wo man sich innerhalb einer Stunde 5x begegnet. Die Hänge links und rechts machen es nicht besser. Mir ist die Stadt nicht so symphatisch, das ist eher ein persönliches Ding, glaube ich. :)

  12. Rena on September 29, 2010 at 20:39

    Sehr guter Artikel! Gute Einstellung!
    Das dürfte dich in dem Zusammenhang auch interessieren, falls du es nicht bereits schon kennst:
    http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5063630

  13. Nadine on September 29, 2010 at 21:10

    Du sprichst mir aus der Seele. Auch wenn es bei mir ein paar Jährchen (…) mehr gedauert hat, ich mich auch noch dabei ertappe, mich nicht “daran zu halten” und ich immer noch dabei bin, den Balast zu verringern und Platz für Gutes und Geliebtes zu schaffen. Davon findet sich im Schrank ja dann doch häufig selten etwas. Deswegen wird der Stand am Samstag auch wieder voll sein von Dingen, die andere vielleicht wenigstens lieben. Sehr, sehr schade, dich dort wohl nicht anzutreffen. Liebe Grüße und küss’ die Hand, Madame.

  14. The Urban Maiden on September 29, 2010 at 21:37

    Amen. Ich arbeite in einer ebenfalls sehr beliebten Modekette aus Dänemark und während ich zu anfangs noch andauernd alles haben wollte, hat sich das innerhalb weniger Wochen von Grund auf geändert. Schlicht wegen des Preis-Leistungsverhältnis, da die Qualität wirklich unterirdisch ist und das bei vollkommen ungerechtfertigten Preisen oder aber weil es der x-ste, schlechte Fake ist.

  15. Paulchen on September 29, 2010 at 21:48

    Wir Jungs(okay jedenfalls ich), wir haben es da echt einfacher. :)
    Ich kaufe schon seit Jahren nur noch das was mir wirklich gefällt und was ich brauche. Sprich ich kaufe erst wieder eine neue Hose, wenn eine Alte kaputt ist. Und dank einer Vielzahl Sale und Second Hand Käufen bin ich auch in Besitz von guter “teurer” Kleidung und diese hält einfach länger(klar) aber ist auch nie aus der Mode. Und ich fühle mich wohl und das ist eigentlich das wichtigste, bei allem.
    Fühl dich wohl in dem was du trägst und was du machst, das sieht jeder und ist viel schöner als irgendein Designerfummel :)

  16. madame on September 29, 2010 at 23:16

    “nachmittags kehrt man im populären SB-Café mit dem grünen Engel ein (das ist noch mal eine andere Geschichte)”
    > ich würde mich freuen auch hierzu so einen exzellenten artikel zu hören! denn ich bin passionierte sb-hasserin! (jawohl!jawohl)

    Ich muss hierzu auch sagen, dass ich in letzter Zeit immer wieder denke, dass Mode -als Kunst verstanden- vielleicht gar nicht unbedingt dazu da ist, von Allen oder nur schon von Vielen getragen zu werden. Mode = Skulptur = Gemälde…? vielleicht.
    Für mich wäre es zb auch undenkbar berühmte Gemälde daheim hängen zu haben, weil ich sie damit der Öffentlichkeit wegnehmen würde, genauso schlimm fände ich aber auch Fakes…

    Diese Gedanken passen jetzt wohl nicht ganz zu dem, was du meinst, aber ich musste es eben loswerden :3

    Und noch was: bin ich die Einzige die so denkt oder kann es wirklich sein, dass Alltagsmode immer unpraktische rwird? Ich sehe viele Leute (nicht nur Mädchen/junge Frauen!) die sich absolut nicht den Temperaturen entsprechend anziehen. Menschen die steif wie Puppen sind, weil die Kleidung die sie tragen nicht zu ihrem Alltag passt oder sie gar in diesem behindert.

    J e de n f a l l s: Danke! Danke für diesen Artikel :)

  17. Lena on September 30, 2010 at 00:37

    Also ich finde, dass diese Entwicklung im Laufe des Lebens -im Wandel von Schule zu Beruf, Selbstfindung zur Identität und Verwirrung zu Klarsicht- jeder Mensch druchmacht.
    Deshalb finde ich auch den Konsum in der gewissen Zeit vorher sehr sinnvoll, auch in den Läden von den Iren und Schweden. Nur so wird es doch erst jedem möglich sich auszutoben, zu expermimentieren und so letztendlich seinen Stil, seine Einstellung zu finden. Während dieser Zeit konsumieren zwar viele die gleichen Produkte, aber durch individuellen Mix wird es ihnen erstmals möglich sich abzuheben und zu erleben wie es ist individuell zu sein.
    So wird es möglich Wert auf diverse Sachen zu legen und sich dieshingehend weiter zu entwickeln, Prioritäten zu setzten.
    Ich denke allerdings, dass man diesen Weg so lange geht, bis man in allem anderen auch angekommen ist. Solange man das irgendwann schafft :)

  18. wolken.frei on September 30, 2010 at 15:25

    wunderbarer text, dem ich ebenfalls vollstens zustimmen kann.

    ich befinde mich momentan in der umstellungsphase. mir waren die billigwaren schon immer irgendwie “suspekt”, sodass ich mein konsumverhalten ändern wollte. zunächste eigentlich eher, weil es mich nervte, dass jeder 2. mit dem gleichen kleidungsstück rumlief. erst später wurmte mich auch der finanzielle aspekt und schließlich mein eigenes gewissen. allerdings ist es schwer ein so eintrainiertes verhalten (oh sieht toll aus, will ich haben – gekauft) zu ändern. doch seit dem ich in australien bin, hat sich das total geändert. in den 6 wochen, die ich hier bin, habe ich nur eine einzige sache gekauft und das auch erst nachdem ich es 2 wochen lang umrundet hab. wenn der luxus, monatlich taschengeld von den eltern zu bekommen, verschwindet, hat man automatisch ein wachsameres auge auf seine finanzen.
    ich gehe immer noch gerne in die stadt bummeln, ich schaue gerne und probiere gerne, aber ich kaufe kaum noch. manchmal schmerzt es schon noch ein bisschen, die ganzen sachen liegen zu lassen, aber letztendlich ist es besser für den geldbeutel und fürs ego (ja, wieder durchgehalten, tschakka! :) und die einzelnen hochwertigen stücken, die man sich dann mal leistet, sind umso mehr wert.

  19. Camille on September 30, 2010 at 18:55

    Ich glaube auch, dass dieser Wandel im Denken Hand in Hand mit dem Erwachsenwerden geht… Ein größeres Wertlegen in Sachen Qualität in fast allen Bereichen des Lebens, geht es nun um Kleidung, Essen, Literatur, Musik, Filme, aber auch in Freundschaften und Beziehungen.

  20. Marta on September 30, 2010 at 22:06

    du beweist doch immer wieder, dass es sehr wohl Modeblogger mit Gehirn und Verstand gibt.

  21. Vanessa on September 30, 2010 at 22:22

    Ich beweis noch viel mehr, dass es Modeblogleser gibt, die mehr können als “Sieht voll schön aus!”. Freut mich ganz arg! :)

  22. teenage on October 1, 2010 at 10:50

    Amen!

  23. Miss Harrcore on October 1, 2010 at 15:20

    Ich habe das schon längerer Zeit auf Harrcore thematisiert [http://harrcore.blogspot.com/2010/02/wenn-billigschrott-zum-trend-wird-und.html] und freue mich daher nun riesig auf deinen Beitrag. Bravo.

    Tausche mich gerne mit dir über Wie-Konsumiere-ich-außerhalb-von-Müll-Tipps aus. Bin gespannt, was du noch zu sagen hast. Daumen hoch!!!

  24. Anna on October 1, 2010 at 17:23

    Dann gefällt dir der Blog bestimmt:
    http://nyheter24.se/modette/victoriatornegren/
    Ist zwar auch keine hochwertige Kleidung, aber trotzdem sind ihre Outfits immer originell!
    Echt toller Beitrag!

  25. christina on October 1, 2010 at 18:13

    word! inspirierender post, ich glaube, du hast mir gerade den letzten anstoß gegeben.

  26. [...] http://www.thepandafck.de/2010/09/29/eine-personliche-wende/ Die Modefirmen, die billige Kleidung in regelmäßigen Intervallen produzieren und mehrmals im Monat neue Ware auf den Markt bringen, expandieren weltweit und stellen sicher, dass diese auch mehrmals im Monat gekauft wird. Was rechtfertigt den Preis eines … Klamottenläden waren mir in meiner Teenagerzeit das Paradies, vornehmlich der eine große mit den zwei Buchstaben aus Schweden, der überragend günstige Trendmode zum Verkauf anbot und bei dem ich tütenweise einkaufte. … [...]

  27. Jukie on October 4, 2010 at 09:46

    Ein ganz toller Artikel. Ich denke darüber auch schon sehr lange nach, finde es aber zum Teil doch noch schwierig, nicht an manchen Tagen dem “Frust-Shopping” zu verfallen oder dieser Verlockung “nur mal kurz zu gucken” bei H&M und Co, und dann doch etwas zu kaufen – und mich hinterher zu ärgern. Leider wird dies durch die Verfügbarkeit von Online-Shops eher noch schlimmer – wie schnell hat man die paar Klicks getätigt, auch mal aus Langeweile. Und so sehr mich die massive Werbung von Zalando aufregt, manchmal klicke ich konsumzombie-artig dann doch drauf… Aber ich arbeit dran :)

  28. Sarah on October 6, 2010 at 23:06

    wahnsinn, dass du jetzt erst zu dieser erkenntnis kommst. denken hilft manchmal doch. oh freude.

  29. Franzi D. on October 6, 2010 at 23:42

    Bravo!

  30. Esra on October 8, 2010 at 00:45

    @ Sarah: manche kommen nie zu dieser Erkenntnis, also, wozu das ganze Gift von dir? Oje…
    @ Vanessa: guter Post! Mich nervt auch oft das Getue… Wollte meine Lieblingsschuhe reparieren lassen, da sagt mir der Schuster tatsächlich: “Kaufen Sie sich neue, man kann diese hier nicht mehr reparieren”. Hallo??? Die Schuhindustrie und diese ganzen Schuster arbeiten Hand in Hand, habe ich das Gefühl…
    Und es ist überall dasselbe – schmeiß viel weg und kauf viel, und noch mehr… Erst dann wird es dir gut gehen, erst dann wirst du cool sein und was wert sein…
    Das ist doch noch so ein Problem – die ganze Indoktrination… Naja.
    Aber Zara mag ich trotzdem ;-)

    LG
    Esra

  31. Pia on December 28, 2010 at 12:57

    NO LOGO von Naomi Klein ist eine gute Lektüre die einen nicht ganz unwichtigen Teil der billig Mode aufgreift: unter welchen Menschen unwürdigen Umständen diese Teile produziert werden. Sollte jeder mal gelesen haben.

  32. schönsein. on June 20, 2011 at 11:34

    [...] eine von diesen furchtbar hässlichen, furchtbar teuren Markentaschen leisten??). Und vom sinnvollen Nachdenken über Konsum. (LESEN!). Das Erfolge mit sich bringt, und einen pralleren [...]

  33. [...] Hier und hier schreibt eine Bloggerin über ihre persönliche Wende was ihr Kosumverhalten angeht [...]

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