Mach kaputt, was dich kaputt macht.

October 2, 2010

Wir haben Ich habe schonmal die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann und soll.
Der erste Schritt in die richtige Richtung ist unumstritten das Loswerden jeglicher Kleidungsstücke, die man seit Monaten nicht getragen hat. Ganz gleich, wie schön die sind.
Wenn ihr sie nicht mehr anzieht, dann kann sie keiner sehen und der Besitz allein macht nicht glücklich (mich halt nicht).
Und freut euch für eure Klamotten, die das Tageslicht wiedersehen und bei anderen Menschen ihren zweiten Frühling feiern. Vielleicht verliebt sich jemand drin oder erlebt damit eine lustige Geschichte (was weiß ich, irgendwas gibt es ja immer).

Ich war heute auf dem Flohmarkt und habe mich von 80% meines Kleiderschranks getrennt. Nach meinem Geschmack habe ich immer noch viel zu viel daheim gelassen. Eine Option ist übrigens auch das Rote Kreuz und andere Einrichtungen, die von Kleiderspenden leben.

Ich habe nicht eine Sekunde darüber getrauert, einzelne Kleidungsstücke (zu sehr geringen Preisen) wegzugeben. Die meisten haben mich halbwegs treu durch gewisse Zeiten gebracht, das war’s dann aber auch schon. Trennungsschmerz habe ich bei keinem einzelnen empfunden (was ich auch für mich persönlich lächerlich fände, Kleidung hat für mich keinen sentimentalen Wert, Sentimentalität ist sowieso ein lästiges Laster).
Wieviel Kleidung ich über die Jahre angeschafft habe, ist absurd. Zuviel Besitz kann erdrücken. Bei mir war das der Fall, ich hab auch ganz lange nicht mehr mit wirklich viel Herzblut das Bloggen verfolgt –aus ebendiesem Grund.
Es hat ganz lange nicht mehr gepasst, wieso wusste ich bis vor Kurzem auch nicht. Jetzt ist das wie ein erleichtertes Aufatmen.

Wer den Film „Desperately Seeking Susan“ kennt, der erinnert sich vermutlich als Erstes an Madonnas Hutkoffer, in dem sie ihre komplette Garderobe lagert (und die ist wirklich unfassbar cool, das liegt aber auch einfach größtenteils an der Trägerin).

Wenig Besitz ist praktisch, weniger ist mehr! Meine Güte, wie lange ich gebraucht habe, das zu begreifen.
Wer sich von seinem Besitz losmachen kann (und wirklich kann, dazu muss man in der Lage sein), wird mit einem wirklich befreienden Gefühl belohnt. Und es ist ja jetzt auch nicht so, dass ich aus der Gesellschaft aussteige und in die Gemeinschaft der Tauscher wechsle. Kein großes Drama, also.

Ich fand es früher ganz unfassbar, wenn ich gelesen oder gehört habe, wie jemand seinen ganzen Besitz hinter sich gelassen und verscherbelt hat und sei es nur seine Kleidung gewesen. Meinen allergrößten Respekt hatte ich immer für diese Menschen, die dem Materiellen ziemlich lässig begegnen. Selber war das für mich nicht denkbar. Ich denke, ich habe mich ganz, ganz lange über meine Kleidung definiert. Mal ehrlich, Hand aufs Herz: Ich hab mir früher immer lieber Klamotten gekauft, als in den Urlaub zu fahren. Ein Haufen austauschbarer Klamotten gegen eine Zeit, die für Erholung und nennenswerte Erinnerung sorgt. Ach, verdammt.

Heute stehe ich dem Ganzen anders gegenüber.
Man muss gewaltig aufpassen, sonst besitzt dich dein Besitz. Und im Vergleich zu vielen anderen habe ich nicht mal sonderlich viel, was es zu besitzen gilt.
Aber mir fehlt das auch nicht, ich kann nicht viel von mir behaupten, aber Besitz hat mich noch nie sonderlich beeindruckt oder gar geblendet.

Fakt ist : Ne coole Sau sieht auch im berühmten Kartoffelsack gut aus. Das ist einfach so.
Dass jemand ein Würstchen ist, merke  ich relativ früh, da ist es egal, dass der Anzug, den er trägt, von Armani ist. Ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, dass ein Zimmer voller Schuhe glücklich machen kann.
Die Sex-and-the-City-Philosophie ist mir unendlich peinlich geworden, wir alle sind so viel besser als das -wirklich!

sex_and_the_city

Ich sah es nie wirklch erstrebenswert, so zu denken, wie ich das jetzt tue, so abseits vom gesellschaftlichen Konsens. Solche Menschen waren mir zwar nicht suspekt, aber wie konnte man denn nicht von einem kompletten Zimmer voller Schuhe träumen? Als Mädchen, als Frau. Wie Männer Autos und Fußball geil finden sollen. Diese Denkweise ist mir so zuwider geworden und wird immer noch in den Medien und in der Gesellschaft gefeiert und propagiert (bekannte Fernsehwerbung: Frau kreischt wie eine Verrückte, ist nahe der Hyperventilation als sie ein paar Schuhe in der Hand hält –ehrlich, sind wir so dumm, dass wir so etwas Plattes lustig finden, hab ich keinen Humor oder bin ich zu verkrampft, weil ich das peinlich finde?).

sex_and_the_city

Was ist zu tun? Ungetragenes loswerden.

Entweder:
-verkaufen
-spenden
-verschenken

Wichtig: Konsequent und ehrlich zu sich selbst sein (“Trage ich das wirklich noch?”)

Die Grundvoraussetzung haben wir jetzt, der nächste Schritt kann folgen.

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32 Responses to Mach kaputt, was dich kaputt macht.

  1. jasmin on October 2, 2010 at 20:06

    seh ich genauso. hab einen großenteil der nicht verkauften sachen grade als kleiderspende abgegeben und der rest kommt beim nächsten mal mit ins wühli. ich hab in meinem momentanen zimmer nicht mal mehr einen schrank…

  2. Ela on October 2, 2010 at 20:07

    Vanessa, man!
    Erst postest du Marina, dann das- du machst es mir SO schwer, dich nicht zu lieben. Wiedemauchsei.
    Normalerweise lese ich solche langen Posts von Modebloggerinnen nicht, aber bei dir konnte ich mich überwinden und bin absolut begeistert!
    Ich stimme dir zu, muss aber sagen, dass ich das ganze anders löse. Ich entledige mich nicht meiner Sachen, versuche aber mit diesem Kleiderschrank bis zum Ende des Jahres über die Runden zu kommen. So entdeckt man nämlich auch neue Lieblingsteile- und das sogar kostenlos.
    x

  3. [...] Beitrag (getrieben von der noch recht aktuellen Flohmarktstimmung) verfasst und den könnt ihr hier [...]

  4. Sue on October 2, 2010 at 21:53

    Wie ich ja bereits schon zu deinem letzten tollen Artikel kommentiert habe, trennen ist gut.
    Und obwohl ich im letzten Monat viel verkauft habe (ausschließlich Sachen, die ich nicht oder nicht mehr angezogen habe), kommt mir meine Kleiderstange immer noch so unendlich voll vor!
    Problem dabei: ich habe (auch wenn du es lächerlich findest, was es eigentlich auch ist), zu manchen Sachen eine Bindung. Da sind zum Beispiel zwei Oversize-Shirts von COS, die ich sehr liebe, aber kaum trage, da sie so dünn sind, dass ich meist drin friere, sie mit Jacke drüber aber nicht “wirken”. Das soll nur ein Beispiel sein, es gibt noch mehr Sachen, die eigentlich in die Verkaufen-Kategorie fallen, von denen ich mich aber nicht trennen kann – dabei hatte ich sie schon mehrfach in die Ebay-Kiste gelegt.
    Hier habe ich aber gelernt: gut Ding will Weile haben: immer mal wieder eines dieser Lieblings-aber-Ungetragen-Teile aussortieren, das fällt nicht so schwer, wie gleich 5 dieser Dinge verkaufen/verschenken etc.
    Ich erwische mich zwar immer mal wieder dabei, wie ich schwach werde und in Onlineshops surfe, aber eigentlich bestelle ich so gut wie nie etwas, wenn doch, schicke ich das meist zurück, weil es in echt gar nicht toll ist.

    Das einzige, was ich seit langem suche und noch nichts Adäquates gefunden habe: eine schwarze große Ledertasche für die Uni und ein Paar neue Lederschuhe. Und da finde ich doch ein Paar neue Stiefel (die alten sind kaputt – ich ersetze nur :) ) und will bis heute früh warten, um den Glamour-Rabatt zu benutzen, da sind die ausverkauft. verflixt und zugenäht, und das trotz meines guten Vorsatzes…

  5. felice on October 2, 2010 at 22:11

    wow! ich wusste ehrlich gesagt lange nicht, was ich mit deinem blog anfangen soll. irgendwie habe ich immer wieder hergeklickt, hab ihn aber nie aboniert.
    doch diese längeren artikel, die du in letzter zeit über konsum und kleidung schreibst sind großartig! du sprichst mir sooo aus der seele.
    im prinzip reicht es doch wirklich ein paar ganz tolle hochwertige klamotten zu haben, den ganzen großen rest, wo wir uns einbilden, dass wir ihn auch brauchen, -ist doch überflüssig.
    nur weil wir uns mittlerweile für wenig geld viel zeug kaufen können heißt das ja noch lange nicht, dass wir das auch müssen.

  6. Bettina on October 2, 2010 at 23:21

    Ich besitze sehr viele Klamotten, vor allem Kleidern bin ich verfallen. Auch wenn ich einige nicht oft trage, oder sogar erst einmal getragen habe, kann ich mich NIEMALS von diesen trennen, da ich mit ihnen ein bestimmtes Erlebnis verbinde. Natürlich gibt es auch viele Basicteile, wie Pullis, Shirts, Hosen etc., die irgendwann mal bei ebay, kleiderkreisel oder in der Kleiderspende landen, da sie “nur” Alltagsklamotten waren, an denen ich nicht hänge oder die sich abgenutzt haben oder einfach nicht mehr angesagt sind. Ich finde es keineswegs dumm oder peinlich, sich an einem begehbaren Schuh- oder Kleiderschrank zu erfreuen. Nur weil jemand eine Leidenschaft für Kleidung oder Schuhe hat, kann man diese Person nicht darauf reduzieren und als dumm abstempeln. Vielmehr sollte doch Mode als eine Spielerei betrachtet werden, bei der man seine Kreativität und Individualität ausleben kann, ohne gleich weltbewegende Diskussionen über das ganze Konsumgesellschaftsblabla auslösen zu wollen. Soweit ich deinen Blog verfolgt habe, dachte ich eigentlich auch, dass du deine Vorstellung von Mode mehr mit einem Augenzwinkern auslebst, aber nach diesem Artikel scheint es mir nun doch, dass du vielleicht grad etwas verkrampft an die Sache rangehst.

  7. Vanessa on October 3, 2010 at 00:01

    Wenn ich könnte, würde ich auch wahrscheinlich alles raushauen, was geht, aber ich muss ja irgendwas anziehen, ist kalt, ha, und ich bin momentan so knapp bei Kasse, dass ich mir das nicht leisten könnte…Muss ja auch echt keiner sein komplettes Leben umkrempeln, jeder so wie er will. Das ist auch viel mehr so (m)ein persönlicher Erfahrungsbericht, den kann man als Inspiration nehmen oder auch nicht. Mir vollkommen wurschtegal, aber wenn’s jemandem hilft, dann bitte! Ich bin ja auf keiner Mission, das wär ja noch was, haha! Macht, was ihr wollt!

    @Bettina, wo wird denn hier jemand, der Mode mag, als dumm abgestempelt? Wenn du das so auffasst, dann tut mir das für mich und dich wirklich sehr Leid. Ich hab in meinem vorigen Post ausdrücklich betont, dass ich niemanden angreife und dass das eine vollkommen persönliche Sache ist. Dein Konsumverhalten ist vollkommen deine Sache und geht mich herzlich wenig, nein, komplett gar nichts an. Das Verhalten anderer ist auch gar nicht das Thema, eher mein eigenes. Ich will auch nicht das Konsumverhalten meiner Leser oder sonstiger Menschen ändern, sondern hauptsächlich und eigentlich NUR MEINS. Wenn sich jemand inspiriert fühlt, mir gleichzutun, dann ist das ein sehr nettes Nebenprodukt.

    Ich finde schon, dass da Kritikbedarf an unserer Gesellschaft besteht. Ich hab jetzt gerade die Erfahrung gemacht, dass MICH das Loswerden von überflüssiger Kleidung sehr zufrieden gemacht hat. Wie kann Zufriedenheit verkrampft sein?
    Ich kann nur für mich sprechen und ich werde auch in Zukunft nur für mich sprechen, ich kann niemandem in die Seele gucken und ist mir egal, soll jeder selbst für sich ausmachen. Ich stülpe niemandem eine Meinung auf.

    Der Mode begegne ich auch weiterhin mit einem Augenzwinkern (ich könnte das auch gar nicht ernst nehmen).
    Dem (übermäßigen)Konsum, der der Gesellschaft anhaftet, dagegen nicht. Daran kann ich auch irgendwie nichts Lustiges finden, auch, wenn ich mich noch so anstrenge, weiß auch nicht, wieso. Liegt vielleicht an den Missständen, die ein solches Verhalten mit sich bringt oder so, im gesellschaftlichen wie im wirtschaftlichen Bereich, im privaten wie im öffentlichen. Ich kann auch nicht wirklich schmunzelnd mit der Tatsache umgehen, dass ich hunderte von Euros für Klamotten verschleudere, weil das Geld hab ich einfach nicht.
    Das sind für mich zwei KOMPLETT verschiedene paar Stiefel. :)
    Hab Spaß an deinen Schuhen und an deiner Kleidung. Wenn es das ist ,was DICH glücklich macht, dann nur zu! Und das meine ich ernst und aufrichtig. Sein persönliches Glück findet doch auch jeder woanders, vollkommen i.O. ist halt auch eine individuelle Sache.

  8. Bettina on October 3, 2010 at 00:53

    Ich habe den Eindruck, das wir etwas aneinander vorbeigeredet haben! Du fühlst dich leider von mir stark angegriffen, obwohl das überhaupt nicht meine Absicht war. Dein Text hat für mich einfach einen sehr negativen Beigeschmack und ich persönlich habe es so verstanden, dass du dir die Frage stellst, ob man zu dumm ist, weil man diese WErbung lustig findet, und dass du solches Konsumverhalten peinlich findest. Somit greifst du doch indirekt jene an, die gerne Mode “konsumieren”. Natürlich ist es jedem seine Angelegenheit, wie viel Klamotten er besitzt, und ob er sich das leisten kann oder nicht. Ich möchte hier auch keine Diskussion anfangen, da das nicht der Sinn meines Kommentars war. Ich wollte nur meine Meinung dazu loswerden, so wie du das doch zuvor auch getan hast. Schließlich schreibst du hier ein Blog, das doch auch und vor allem vom Dialog mit deinen Lesern lebt. Die Art deiner Antwort finde ich schon etwas bissig, ich zitiere : “Hab Spaß an deinen Schuhen und an deiner Kleidung. Wenn es das ist ,was DICH glücklich macht, dann nur zu! ” Das zeigt mir, dass du mich vollkommen missverstanden hast und mich allein aufgrund meines Kommentars auf diese Dinge reduzierst, als ob das allein mich glücklich machen würde! Mein persönliches Glück liegt keinesfalls im BEsitz von Klamotten, sondern in meiner Familie (meinem Mann und meinem kleinen Sohn), meine Leidenschaft für Kleidung ist lediglich ein Hobby, so wie auch das Interesse für Kunst und Literatur, für Kochen und für Nähen, und keineswegs mein Lebensinhalt. :-)

  9. Konstantine on October 3, 2010 at 09:35

    du hast sowas von recht! ich gebe mein geld viel viel lieber für konzerte, reisen, festivals und co aus. mode macht spaß, aber mit sicherheit nicht so glücklich wie sein leben einfach zu leben. toller artikel!

  10. melly on October 3, 2010 at 10:36

    so gut!

    reiner zufall: ich war gestern auch auf dem flohmarkt, habe alle oberteile für 1 euro und alle hosen für 2 euro verkauft, für ein paar teile ein bisschen mehr – und gut verdient! das geld nehme ich für meine auswanderung nach kanada, ende des jahres. dass ich nur 2 koffer brauche – und damit nicht nur überlebe sondern gut lebe – habe ich in den letzten paar monaten in schweden gemerkt. es funktioniert! es geht um basics, 2nhand und kombination für mich, und das einzige, in das ich noch investiere ist schmuck; wahrer schmuck, echte edelmetalle und -steine, kein plastik-hautverfärbender-trendiger modeschmuck. ich denke schmuck ist einfach noch sinnloser als kleidung, eigentlich schon UNENDLICH SINNLOS. schmuck soll einfach nur schön aussehen, das war die ursprungsidee – und weil schmuck das so offen zugibt, hat er für mich schon wieder daseinsberechtigung. word.

    ähm, alle klischeehaften szenarios sind oberpeinlich und unlustig. da haste damn recht.

  11. madame on October 3, 2010 at 12:30

    “sonst besitzt dich dein Besitz” > lass dir die aussage rechtlich sichern!

  12. Vanessa on October 3, 2010 at 13:55

    @madame Ist voll fett gestohlen!

    @Bettina: Nein, wirklich, ich meinte das nicht bissig und ich greif dich nicht an, wirklich, wirklich nicht (ich hoffe, du glaubst mir das). Ich weiß ja, beim Schreiben wird’s immer ein bisschen schwierig mit dem Unterton. :) Und mit “[...] was DICH glücklich macht.” warst auch nicht per se du gemeint, mehr die Allgemeinheit, es tangiert mich auch im Grunde nullkommanull.Du musst dich ja auch nicht rechtfertigen, ich versteh dich schon. Aber ich freue mich ja über Kommentare mit Schmackes. Danke für deine Antwort (wirklich, wirklich ;) )!

    Die Werbung finde ich immer noch platt und doof. Wie 90% des Werbemülls.

  13. Vanessa on October 3, 2010 at 14:00

    @Sue Ich hab auch einen Mantel, den ich nicht hergeben möchte. Weil er mir einfach steht und der immer geht. Ich bin ja auch nur ein schwaches kleines Menschlein und wünschte mir, dass ich mich noch radikaler von meinem materiellen Besitz loslösen könnte. Aber das ist ja auch mehr so ne Lebensaufgabe, nicht? ;)

  14. Nina on October 3, 2010 at 14:03

    Also grundsätzlich sehe ich das zwar auch so, nun aber , in diesem zweiten Post hört es sich ja schon fast GURU mässig an.
    Das finde ich übertrieben. Natürlich soll man sich nicht von dem Kaufwahn regieren lassen, und wir alle haben wahrscheinlich
    mehr Klamotten im Schrank als wir tatsächlich benötigen, und ich finde schon man kann sich reduzieren und dadurch auch seinen
    Stil finden. Aber wenn mir doch mal danach ist, werde ich auch bummeln gehen. Und mich freuen wenn ich was schönes gefunden
    habe. So wie ich aber auch in ein Konzert gehe, oder spazieren, oder was leckeres Essen im Restaurant. Immer schön entspannt bleiben!

  15. Vanessa on October 3, 2010 at 14:16

    Ich sage nochmal: Ich rede von mir. Ich missioniere hier nicht und ich bin kein allwissender Guru, der die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat. Mit “wir” meine ich mich und ich stimme dir zu: Es ist alles kein Drama. Ich war nie entspannter. :)

  16. ani on October 3, 2010 at 14:42

    also zum einen kann ich vielen zustimmen, ich verkaufe/verschenke (auch an freundinnen,die sache sind ja noch schön, nur halt nicht mehr mein stil) oder spende oft kleidung.wobei es mir oft so ging, das teile, die ich ewig nicht getragen habe, nach ein/zwei jahren wieder lieblingsstücke geworden sind.ich kaufe mir gerne kleidung, aber mindestens genauso gerne, nein, noch lieber, kaufe ich mir musik,bücher,konzerttickets,kinokarten, essen etc.
    mein kleiderschrank ist nun auch sehr voll und gerne würde ich meinen konsum einschränken und es dir gleichtun, das problem ist nur, die ganze modeindustrie, blogs und alles, haben mich schon so stark in ihren händen, dass ich einfach nicht anders kann.
    ich merke immer mehr, das die zeit die ich zum anziehen brauche länger wird, und ich mich hinterher trotzdem nicht wohlfühle.(und äquivalent dazu:umso weniger ich überlege, umso wohler fühle ich mich hinterher) das hört sich so fast dramatischer an,als ich es meine, aber ich weiß trotzdem nicht wie ich das ändern soll.es kommen immer wieder tage ohne internet,aber dann habe ich wieder mal schreckliche langeweile und klicke mich stundenlang durch blogs,the fashion spot, oder ähnliche seiten.
    es würde mir auch leid tun dieses interesse komplett aus meinem leben zu verbannen,aber zu gern würde ich wieder freier sein,unbeschrieben,tabula rasa…ach ich weiß auch nicht.ich sehe ja, du hast das auch geschafft!wahrscheinlich ist das einfach eine persönliche entwicklung.und sooo schlimm ist das bei mir ja auch nicht.aber dennoch deprimiert es mich, zu wissen oder zu ahnen, das ich nie mehr vollständig und ausschließlich ich sein werde (gut vollständig geht wohl eh nicht und der mensch ist ja eh ein produkt seiner umwelt, aber an dieser stelle (bei der mode) wäre es vllt verhinderbar gewesen.naja.)
    wie dem auch sei,mach du weiter so und berichte auch bitte weiterhin, ist nämlich sehr interessant (:

  17. Nina on October 3, 2010 at 16:28

    Mir ist noch was eingefallen: Kleidung ist die eine Sache- aber wer von uns hat nicht so und soviel Shampoos, weil er alle mal ausprobieren wollte. Ich hoffe ich bin da nicht die einzige. Und Lippenstifte in allen Variationen eines bestimmten dunkelrot Tones deren Unterschied wohl nur ich selbst erkennen kann. Und Lidschatten in Farben die mir beim Kauf als durchaus sinnvoll erschienen, die ich danach aber nie mehr gebraucht habe. Also die Frage ist, worauf könnt ihr euch im Badezimmer reduzieren? Das würde mich interessieren. Was sind die liebsten Lieblingssachen ohne die es einfach nicht geht. Gab es schon mal ein Shampoo was wirklich einen richtigen Unterschied gemacht hat. Ich meine diese ganzen Produkte überfordern mich manchmal ganz schön Regale voller Shampoos und Duschgels und allem möglichen Zeug.

  18. Eva on October 3, 2010 at 21:00

    @ Nina: Komischerweise habe ich massenhaft Shampoos weil ich mir einbilde, dass meine Haare nach regelmäßiger Benutzung des immergleichen Shampoos »komisch« werden. Zu flusig, zu flauschig, zu fettig oder so. Im Gegensatz dazu habe ich mich bei der Kosmetik schon seit Jahren auf ein und die selben Produkte festgelegt. Concealer & Makeup von Manhatten, Rouge von Alverde, Wimpertusche von Manhatten (glaub ich zumindest… diese pinke Flasche mit dem grünen Deckel) und Kajal von MaxFactor. Ich habe relativ schnell (so mit 19) gemerkt, dass diese Ausstattung für mein restliches Leben reichen wird :-) Aber natürlich erst nachdem ich Tonnen von verschiedener Lidschatten, Eyeliner, Lippenstifte gekauft & ausprobiert habe. Einen perfekten Lidstrich krieg ich eh nicht hin, das macht mich wahnsinnig! Der Kram liegt nun in einem Schuhkarton im Keller und ich habe überlegt, ob ich ihn vielleicht meiner 14-jährigen Cousine schenken soll. Nur will ich nicht verantwortlich dafür sein, dass sie wie ein Clown rumläuft!

  19. Anni on October 3, 2010 at 23:45

    ” “sonst besitzt dich dein Besitz” > lass dir die aussage rechtlich sichern! ”

    ist doch aus Fight Club, oder? so ähnlich zumindest.

  20. Nina on October 4, 2010 at 07:25

    Hey danke EVA!

  21. Vanessa on October 4, 2010 at 13:03

    Was ich an Kosmetik benutze, ist auf’s Allerwesentliche beschränkt. Ich hab vor ca. 2 Jahren sehr empfindliche Kopfhaut bekommen (und frage mich indirekt, ob da ein Zusammenhang zwischen massig Haarexperimenten ala Färben, schlechten Shampoos usw. besteht). Mittlerweile benutze ich das Alpecin Hypersensitiv Shampoo ohne jegliches Blingbling, also Geruch, Silikone und andere u.U. reizende Zusatzstoffe.
    Und wisst ihr was? Ich hab weder weniger Volumen noch stumpf aussehendes Haar dadurch. Riechen tut’s auch gut (OMG!). Die Werbung verspricht sich dumm und dämlich. Bis jetzt konnte ich keinen Unterschied feststellen. Man kriegt mit einem Shampoo keine komplett neue Mähne, wenn man sowieso dünnes Haar hat. Ist halt so.
    Beim Deo, z.B., bin ich auch mittlerweile auf Hidro Fugal umgestiegen, das geruchsneutral ist. Vorher hatte ich alles Mögliche, tausende Tuben und Töpfchen. Braucht kein Mensch und schadet mehr als es hilft. Diese chemischen Dufstoffe reizen wie blöd und sind…einfach künstlich hergestellt.
    An Kosmetik habe ich auch nur das, was ich brauche. Ich bin nicht so der experimentierfreudige Typ, was Schminke angeht, also mit Lidschatten und so einem Kram kann ich wenig bis gar nichts anfangen. Hab auch nicht wirklich Lust, mir das anzueignen, ich bin da viel zu faul dafür.

  22. Nina on October 4, 2010 at 16:44

    Also, ich habe einen neuen Pflegefavoriten und obwohl ich nicht grade die alternative Kräuterhexe bin sondern viel Cremes, auch teuere ausprobiert habe, benutze ich nun : ARGANÖL. Echt. Und zwar morgends und abends, es ist besonders gutes, es gibt das zum essen aber auch als kosmetische Variante. Es ist wirklich toll. Mir ist dann klar geworden, als ich gesehen habe das bestimmte Produkte damit werben “mit arganöl” und da noch nicht mal 5% drin sind, wie absurd die Sache mit den Cremes ist. Das Arganöl wird von den Berberfrauen seit soundsoviel Jahren als Pflege benutzt, und man kann viel darüber im Internet nachlesen. Angeblich lässt es einen um Jahre jünger aussehen. Na, das weiß ich nicht aber es ist echt super angenehm, und damit hab ich mir schon mal ne ganze Menge an diesem Cremezeug gespart. Bei Shampoo habe ich auch allmählich eingesehen, dass dieses Loreal Zeug es nicht wirklich bringt, und als ich letztens nach Monaten- fast nem Jahr mal wieder ne Haarfarbe angewendet habe, bin ich von dem Geruch und dem Chemiegefühl fast zu Boden gegangen. Puuuhh!!! Nächste Mal werde ich auch in dieser Hinsicht mal nach Alternativen gucken. Viele Grüße

  23. Kommentar Verafsserin on October 4, 2010 at 18:08

    Hi!
    Exakt den selben Prozess mache ich auch gerade durch. Erkenntnis und Selbstreflektion (anstatt Fremdreflexion durch Medien, Blogs und Co. KONSUMWAHN!!)…meiner Meinung in unserer heutigen funktionellen Leistungsgesellschaft von höchster Wichtigkeit.

  24. nico on October 4, 2010 at 22:41

    Du hast es einfach drauf.
    Die Zwänge des Konsums abzustreifen und damit diese ganzen Ängste vor einer vermeintlich unsicheren Zukunft in der man sich dies und jenes nicht leisten kann, weil man nicht die stromlinienförmige Karriere verfolgt hat, das hab ich auch vor kurzem erst verstanden. Reflektierend durchs Leben zu gehen und die Dinge selbst bewerten und selbst bestimmen was einem wichtig ist. Wir brauchen diesen ganzen Scheiss doch nicht. Nicht in diesem krankhaften Übermaß.

  25. Nina on October 5, 2010 at 08:57

    Also letztens habe ich einen Typ kennengelernt RECHTSANWALT studiert hier und da in der Welt und so, steht voll unter Strom.
    Und ist immer total neidisch auf mein freies Leben. Ich habe tausend mal angemerkt dass ich aber nunmal auch kein Auto habe, keine Eigentumswohnung und noch nie in Tokio war (was aber natürlich toll wäre), aber er kann sich wohl nichts besseres vorstellen als hier in Kreuzberg in ner kleinen Altbauwohnung zu leben und zu schreiben wie ich. Verstanden habe ich das erst als er letztens so gestresst war von diesem ganzen Pseudodruck dass er einen gar nicht mehr angucken konnte und dann war das Essen so scharf und er ist ganz knallrot im Gesicht geworden und ich dachte puh, bin ich froh dass ich mir nur selbst den Druck mache und nicht in so einem Gefüge stecke.

  26. Vanessa on October 6, 2010 at 16:13

    Da sieht man mal, es ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Aber Tokio wär schon mal schön. Haha.
    Hab letztens in der Zeitung auch was über neue Denkweisen zwecks Wachstum in der Wirtschaft gelesen. Etwas abseits vom Thema grade, aber doch vergleichbar. Immer höher, schneller, weiter. Das ist kein Garant für ein erfülltes Leben.

  27. Nina on October 6, 2010 at 19:52

    Nachdem ich ja noch letztens über diese Haartönung geschimpft habe, mit der ich die Haare braun tönen wollte, sie aber fast schwarz und perückig geworden sind, hat mich doch eine Frau auf der Friedrichstraße angesprochen, ob ich bei der Loreal Studio Academy Modell sein will. Nun hat mir Loreal also zwar die schlimme Tönung eingebrockt, aber bei der Studio Academy war ich gestern und sie haben mir fabelhafte French Lightnings oder sowas eingefärbt das hat nix gekostet und war echt die Rettung. So bin ich mit der kapitalistischen Schönheitsmafia wieder versöhnt, danach bin ich – oh jee Versuchung- auch noch auf der Friedrichstraße mit meinen neuen Strähnen flaniert und wie ferngesteuert bei Weekday gelandet – wo ich einen Vintage Lammfellmantel wie ich ihn die ganze Zeit wollte für 50 Euro gekauft habe. Ich meine ehrlich gesagt- der Mantel muffelt noch ganz schön second hand mässig- aber sonst ist er perfekt. Ist das etwa nun gestern ein schlimmer Rückfall gewesen ? nein oder, eher ein Glücksfall.

  28. Pia on October 9, 2010 at 20:07

    die besagte werbung fande ich irgendwie auch noch nie lustig, verstehe dich voll und ganz ;)

    thefashionjumble.blogspot.com

  29. Sue on October 10, 2010 at 17:42

    Apropos loswerden: Vanessa, meldest du dich bei mir, wenn du deinen Topshop Hello-Sailor-Mantel loswerden willst?
    Auf den hatte ich letztes Jahr schon ein Auge geworfen, und wenn du dich irgendwann mal von ihm trennen solltest… :)
    LG

  30. anne on October 11, 2010 at 19:01

    Ihr Kulturbanausen! ; ) das ist nicht Fight Club, auch nicht die neue Danone Werbung, sondern Tucholsky: “In neunundneunzig von hundert Fällen lohnt es sich nicht, ein Ding aufzubewahren. Es nimmt nur Raum fort, belastet dich; hast du schon gemerkt, daß du nicht die Sachen besitzt, sondern daß sie dich besitzen ?” Sehr schön und sehr wahr.

  31. Luisa on October 13, 2010 at 00:15

    bin absolut deiner meinung. irgendwann fühlt man sich durch zuviel zeugs nur erdrückt und wenn man sich von einigem trennt erfreut man sich viel mehr an den dingen die man hat. ich denke das ist generell so in unsrer gesellschaft, sie gibt uns vor immer nach mehr streben zu müssen, mehr zu erreichen um glücklich zu sein. doch ist nicht der weg das ziel? was ist mit den vielen schönen dingen und situationen die wir zwischendurch erleben. wahres glück setzt sich aus vielen, ganz kleinen momenten zusammen. doch meistens sind wir zu blind für sie, hetzten von einem zum anderen. materieller besitz belastet eher, doch es ist auch etwas hinter dem sich viele menschen verstecken. es erfordert mut sich von altem zu trennen, denn neue situationen machen, so schöne asspekte sie auch haben, oft auch angst. doch wenn man einfach handelt hat angst keinen platz mehr.
    für mich mode ist eine art mich zu definieren und auszudrücken, doch man darf sich nicht zu sehr darin verlieren sonst weiß man irgendwann nicht mehr wer die person dahinter ist. dann ist man nicht mehr “echt” und verwandelt sich halt stattdessen in irgendsoein modepüppchen. man sollte mode nicht über alles stellen und doch bitte seinen spaß daran haben. so.

  32. Lara on October 15, 2010 at 21:08

    Guter und wahrer Post!
    Ich mache bald Flohmarkt und habe schon ausgemistet, aber dein Post hat mich nochmal motiviert noch mal über alles drüber zu schauen und auch die “Wackelkandidaten” mit zum Verkaufen zu nehmen :)
    Liebe Grüße

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