MBFW Berlin: Von iPhone-Nöten, Ingwer, Backfischen und Seifenopern

February 3, 2011

Die Modewoche ist vorbei, ich bin wieder zuhause in der mühsamen Welt des Auswendiglernens und Studierens und diese innere Unruhe, die entstanden ist, weil ich dachte, ich bräuchte auch unbedingt ein iPhone, weil es mir schien, als sei man ohne nicht vollständig, legt sich schon wieder und ich schaffe es tatsächlich wieder, frei von nervösen Zuckungen, die Wohnung ohne mein Mobiltelefon zu verlassen, das zugegebenermaßen auch nur genau das ist: ein mobiles Telefon. Mich ruft eh keiner an, seufz.
Übrigens: Man kann diese 4 Tage auch mit nur einem paar Schuhe und einer funktionalen Winterjacke über die Bühne kriegen. Es geht ganz gut, irgendwie schlägt man sich durch. Wie ein tapferer Soldat.

Nahe dem nervlich bedingten Heulkrampf war ich gleich noch am ersten Tag, als ich mit Menschen konfrontiert wurde, die es scheinbar soweit gebracht hatten, dass es nun völlig legitim ist, sich zu benehmen wie unter aller Sau. Wer Schauspiel in New York oder London studiert hat, der darf das. Auch wenn danach nicht mehr viel kam außer Telenovelas oder Vorabendserien (immerhin später als Nachmittag). Aber auch hier stellt eine treue Fanbase sicher, dass der Erfolg nicht von ungefähr kommt. Irgendwann haben die großen Stars vergessen, bitte und danke zu sagen. Im Wahn der Unsicherheit und der nie aufhörenden Anstrengung der Suche nach sich selbst, vermutlich. Dem schier nicht enden wollenden Kampf um Bestätigung u…ach, weiß der Geier, mir auch egal.

Die Blogger sammeln sich am Bebelplatz, ja, ein wahres Getümmel an BloggerInnen -zumindest sahen sie so aus, junge und jüngste Mädchen und Burschen wie aus der Topshop-Kampagne entflohen. Leider war ich beim Bloggertreffen, das von Spiegeleule initiiert wurde, selbst nicht anwesend. Ich kam zwar, jedoch irgendwann in den frühen Morgenstunden,  da waren wahrscheinlich alle schon im Bett.Nach Berichten, Fotos und Videos war mir allerdings eins klar: Ich kenne keine(n) einzige(n) (mehr)! Mensch, da hat sich nochmal was getan im Vergleich zum letzten Jahr. Und eine(r) jünger als der/die andere. Oder ich werde alt (wobei, wenn 30 das neue 20 ist?). Schön beschrieben wurde die Entwicklung zum Teil hier.

Wie gehen Modeblogs mit der Fashionweek um? Ich will mich gar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich selbst nur noch eine Handvoll davon in unregelmäßigen Abständen lese. Aber meine Beobachtung: Es geht gar nicht um tiefe (soweit das hier eben möglich ist) Auseinandersetzung mit der Mode. Weil Modeblogs es einfach nicht interessieren muss. Sie sind weder Käufer, die auf späteren Umsatz aus sieht, noch betreiben sie professionelle Magazine, die eben auch auf den Kauf ihrer Leser und Werber et cetera angewiesen sind. LeserInnen dieser Formate wollen, so meine Auffassung, auch nicht große, umfangreiche Texte lesen, das ist die visuelle Generation mit der oberflächlichen Informationsflut.
Ob ich jetzt Zeiten nachheulen soll, in denen man noch dicke Schinken gelesen hat, ich weiß es nicht (ich meine, viele Seiten hat Twilight?), weil eigentlich ist das schon wieder ne andere Kappe.  Und jetzt werde ich schon wieder zynisch. Das wollte ich eigentlich wirklich nicht.

Immerhin strengt das Lesen auf dem beleuchteten Bildschirm ja auch die Augen mehr an…Abstreiten kann man nicht, dass es flacher geworden ist. Dafür aber auch breiter. Denn selbst Lieschen Müller hat jetzt Zugang zum Geschehen (längst bekannt und durchgekaut) und schreibt, Verzeihung, postet fleißig.

Hauptziel des Grosses der Blogger (vielleicht das der jüngeren Riege): Gut aussehen, auspacken, was man in Kleintupfingen nur unter gesellschaftlichem Spott anziehen kann, 4 Tage mal komplett über alle ach! verteufelten konventionellen ästhetischen Stränge schlagen (für mich vollkommen verständlich, ich komm vom Dorf). Dann fotografiert werden, sich chauffieren lassen, von großen Marken im Bestfall, coole Partys besuchen und, wie Mahret Kupka das so schön beschreibt, neben Promis Sektchen schlürfen und diese von der erste Reihe schubsen. Ich hielt mich dagegen an Bier (kann man in funktionellen Jackentaschen an jedem Getränkeabnehmer vor dem Schauenraum schleusen, getestet! ) und an das neueste (?) It-Getränk Alkohol-Ingwer. Wenn ich euch auch keinen Fashiontrend nennen kann, in Sachen Getränke habe ich den vollen Durchblick. Wodka Cranberry atmet seine letzten Züge und Aperol Spritz liegt längst begraben unter der Erde. Überhaupt, während der Fashionweek sind alle 24/7 angeschickert, Prosecco hier, Schnäppes da…  Ist wirklich alles so schlimm, dass man Alkohol braucht,  um es zu ertragen?
Gut, nur eine halbwegs ernst gemeinte Frage.

Im Prinzip alles nicht verwerflich. Aber bestimmt mindestens genauso gehaltvoll. Da drängt sich einem die Frage auf, ob es überhaupt mehr über die Modewoche in Berlin zu schreiben gibt. Neue Ideen gibt’s ja bekanntlich in Paris und Mailand (einzig der halbwegs heimliche Star Karaleev weiß noch zu beeindrucken).
Die Fanbase dieser durchaus illustren Sternchen-Blogger setzt sich meistens aus gleichaltrigen, bewundernden Mädchen (so meine Beobachtung, wissenschaftlich natürlich mitnichten untermauert, aber das ist doch auch ein Blog, Mensch!) zusammen, die es selbst mit ihrem Blog (denn, jeder kann bloggen, s. ab 3:12) meistens nicht zu einer solcher Popularität schaffen. Ein Blogger ist immer noch nahbarer als ein Justin Bieber…und halt schon cooler im Modeblog-Mainstream-Underground. Große Schwester war einmal, der Blogger wird vielmehr eine Identifikationsperson, die man anstelle von sich selbst auf den Events sieht.

Es steckt nicht wirklich viel dahinter, habe ich den Eindruck. Was bleibt, ist eine homogene Masse an trendorientierten jungen Menschen, die sich auch immer aktuell kleiden und sich so ihre persönliche Daseinsberechtigung auf dem Bebeplatz und in Internetsphären sichern. Was ist, ist also eine Fläche, virtuell (hochfrequentierter Webspace) und real (in Form von der modeaffinen Bloggerfigur selbst), welche vorallem von Firmen und Agenturen genutzt wird. Natürlich haben beide Parteien etwas davon. Nur eben wie das gewertet wird, was wem wie viel wert ist, darüber bleibt zu streiten.
Vielleicht braucht man aber auch kein Dahinter. Vielleicht ist schon genug davon vorhanden. Ein paar Schuhe ist ein paar Schuhe.
Ich bin die letzte Woche durch ein paar Blogs gestreift und Modekritik wird hier in der Form von Urteilen über gut/weniger gut verstanden. Also, man geht in die Show oder guckt sich das am Laptop an, beschreibt, was man sieht und sagt, ob es einem gefällt oder nicht.
Also, mit der ursprünglichen Bedeutung von Kritik hat das nichts zu tun, das hab ich letztens als popelige Erstsemesterin erfahren dürfen.Mit 21 (einhalb!). Ich hab mich vorher nie explizit mit dem Begriff auseinandergesetzt, nehme an, ich bin spät dran, aber mit 14,15,16 hätte mich das auch nur pseudomäßig interessiert,wenn überhaupt,  nehme ich an. Das, was als Kritik verstanden wird, sind allenfalls Meinungen.
Der durchschnittliche Modeblogger, möchte ich so in den Raum stellen, meint. Logo, Mann, nichts anderes.
Blogs sind ja auch Sammelsurien subjektiver Gedankengänge.
Kritik in seiner eigentlichen Bedeutung wird seltenst betrieben (unter den oben genannten).

So will ich das aber eigentlich nicht sehen, das ist so flach wie eine Regenpfütze und gähnend langweilig, ich kann mir das nicht mal mehr zur Zerstreuung anschauen.
Ich will da mehr sehen, graben, natürlich ist das anstrengender, aber bei Weitem auch befriedigender (zumindest der Prozess, das abschließende Ergebnis desselben ist nochmal eine andere Geschichte). Sich mit etwas intensiv auseinanderzusetzen, das schafft unsere Generation gar nicht mehr, weil Unmengen an Eindrücken auf uns einprasseln, wird schwierig da etwas herauszufiltern und zu zeitintensiv um zu bearbeiten, man wird ja ständig gehetzt von einem Thema zum nächsten. Aufmerksamkeit, du kostbares Gut. Ich verbiete mir auch jeden Zynismus. Das ist schrecklich. Ich kann schon nicht mehr und ich hielt mich immer für ein halbwegs zähes Persönchen.

Ja, und dann wird man immer wieder nach den “neuesten Trends” für die “kommende Saison” gefragt und irgendwie sagen alle jedes Jahr dasselbe. Aber das ist eine andere Geschichte. Vielleicht erzähle ich die euch ein andermal.

Achso, mein Dank geht an die üblichen Verdächtigen. Besonders an Katja, weil wir zusammen zum ersten Mal vor 2 Jahren auf der Fashionweek waren und sie mich immer noch in ihrer Nähe erträgt (und umgekehrt).

P.S.:Verzeihung für die nicht immer durchgehaltene Genderneutralität beim Begriff “Blogger”, aber schafft ja auch ein bisschen Authentizität, ne? Wenn sonst alles perfekt ist, ist ja auch sterbenslangweilig.
P.P.S: Wer die richtige Anzahl der Wörter mit Wortstamm “Blog” herausfindet und mir eine E-mail mit der Antwort schickt, landet in meinem Spam-Ordner.

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19 Responses to MBFW Berlin: Von iPhone-Nöten, Ingwer, Backfischen und Seifenopern

  1. kosilala on February 3, 2011 at 10:26

    sau gut.
    wie immer.
    (habs gelesen,trotz dem vielen text:))

  2. nico on February 3, 2011 at 11:00

    sehr gut.
    aber du hättest schreiben können ;)

  3. Mary on February 3, 2011 at 12:17

    eine wertvolle zusammenfassung, aber schön fände ich es immer, wenn man am ende das positive betont / vorstellt / zeigt – irgendein blog der es gut macht, so ein bisschen optimismus eben. gibt’s keinen? kann ja auch sonstwoher sein

  4. Vanessa on February 3, 2011 at 13:31

    Ich würde mich auch sehr über Links hier in den Kommentaren freuen. Vielleicht findet sich mal wieder was neues Schönes.

  5. Patricia on February 3, 2011 at 16:41

    Deine Vorliebe für Bier macht Dich sympathisch :o ) Tja, ich geh nicht zur Fashion Week, weil ich keine hippen Klamotten zum Ausführen habe.

  6. Ela on February 3, 2011 at 18:18

    Also Links von kritischen Blogs würden mich wirklich stark interessieren, denn da fällt mir mal ja so garkeiner ein. Die meisten haben ja, wenn es hochkommt, 3-4 kritische Posts und das wars dann.

    Was studierst du eigentlich?

    Liebe Grüße

  7. j. on February 3, 2011 at 20:01

    was ist denn alkohol-ingwer?

  8. stellaj on February 3, 2011 at 20:57

    yes! ich hab’s erwartet, josi summerlisten und ihre gang wurden ja so überflüssig überfotografiert wie deine kleine gang einst. fragt sich ob du das alles auch so blöd finden würdest, wenn du diese aufmerksamkeit bekämst.

    du bist mir trotzdem lieber und den text hab ich bis zum ende gelesen. der unterschied – du hast ein leben beyond und nach diesem unwichtigen mist, was aus den kleinen opferchen wird.. we ‘ll see. or better . not.

  9. laura on February 3, 2011 at 21:36

    sehr schön! für mich einer der besten artikel zur fashionweek – und das ganz ohne bildmaterial ;)
    auf alkohol-ingwer bin ich auch schon etwas heiß – lass uns das bitte nächste woche in wien testen! word?

  10. Vanessa on February 3, 2011 at 21:37

    @Patricia: Ach, zur Fashionweek geht alles. Da haste komplette Narrenfreiheit, ist wie Karneval, nur dass alle ein bisschen mehr von sich halten. ;)

    @Ela: Ich studiere Theater-, Film- und Medienwissenschaft. :)

    @j.: Irgendwas Alkoholisches mit Ingwer, schmeckt wider Erwarten außerordentlich gut! Musste mal probieren!

    @stellaj, Da schwingt aber viel Hass und Missgunst mit. Müssen solche Formulierungen sein? Sowas kann man doch auch weniger abwertend und beleidigend ausdrücken, findest du nicht?

  11. Jenny on February 3, 2011 at 22:19

    Eine wunderbare Zusammenfassung, und ich bin absolut pro Bier, wenn ich den Vorteil des Flaschen-vorbei-Schmuggelns bisher auch nur beim Busfahrer ausprobiert habe :D

  12. Anna on February 4, 2011 at 10:15

    Die beste Entspannung, nach ermüdendem und zu stumpfer Resignation führendem Blogsurfing .
    Unbedingt weiter so!!!

  13. Obelix on February 5, 2011 at 04:11

    Also Vanessa wenn ich Dich jetzt nicht persönlich von Floor 2 Rofa kennen würde,
    und deine domain Adrese nur aus der Zeitung hätte würde ich mich ja fragen was labbert die Mädel da,
    möchte die einfach Ihr non-conformität zu all den anderen Tussen raushängen,
    welche meinen, am Freitag kurz zum Friseur dann klappt das abends mnit dem Lächeln rüber auf die Boy – Grpoup Bank,

    aber nöh da ich Dich kenne glaube Du bist real,
    und mach mehr auf Mädchen Floh-Markt als auf große weite Fashion-week World,
    das glück findest Du da wohl eher.

  14. Dina on February 5, 2011 at 22:27

    Im Winter funktioniert die Bierschmuggelei noch besser, einfach Bierflasche unter den Mantel Arme verschränkt, leicht bibbernd, frierendes Mächenlike am Security vorbei- i love it&you

  15. Dina on February 5, 2011 at 22:32

    Ach ja Scham lass nach nach hier ist Blog aus dem Jahre 2008 http://dinadioxid.blogspot.com/ das waren die guten alten Myspace Zeiten wer hätte damals gedacht das man heute die guten alten Myspace Zeiten sagen würde, war eigentlich der Beginn des Overkills an Selbstdarstellung
    Wenn du man in Köln bist, lass ma Kölsch trinke gehn oder noch viel geiler CIDER

  16. anonym on February 9, 2011 at 22:36

    liebe vanessa,

    ich erinnere mich an ein foto auf dem du vor einem halben jahr stolz vor einem marken-wand auf der fashionweek gepost hast. und dich sehr gefreut hast, dort ein bisschen mitmischen und zu den vermeindlich coolen gehören zu können.
    und plötzlich, dank einem semester studium (?) bist du zu einem intelektuellen, reflektierten und geläuterten mädchen herangewachsen, dass alles kritisch beäugt. Ich freue mich sehr über diese allzu rapide veränderung.
    ist es vielmehr ein trend-ding, sich so zu geben? gebildet und naserümpfend über die kids, die das selbe machen als man ein halbes jahr zuvor? plötzlich alles hinterfragen ist gut. aber vergiss dabei nicht, dass du selber vor sehr kurzer zeit noch gerne in dem zirkus mitgemischt hast, sonst geht deine glaubwürdigkeit flöten. Es vermittelt den Eindruck, dass du dich nun anders geben musst, um in deinem neuen Umfeld anerkannt zu werden, und du mit deinem neugewonnen kritischen Augen imponieren möchtest. Wem ist mir nicht klar und letztendlich auch egal, aber der intelligenteren Liga wirst du mit diesem Gehabe, und es ist im Grunde nichts anderes, was du deinen Mit-Bloggerinnen vorwirfst, nichts vormachen können.

    grüße.

  17. Vanessa on February 9, 2011 at 23:19

    Liebes Anonym (sorry, aber das Geschlecht muss ich dir einfach so als Strafe mal absprechen :) ),
    ich freue mich ja immer über ausführliche Kommentare, deswegen kriegst du auch eine ausführliche Antwort.
    Nur weil ich jetzt studiere (irgendwas musste ich ja machen und Haare schneiden oder den Leuten bei den Steuern helfen, kann ich leider einfach nicht. :( ) Für was anderes hab ich leider einfach kein Talent…wo hätte man mich denn hinstecken sollen. Das frag ich zwar jetzt ein wenig selbstironisch, aber ganz frei von Ernst bin ich dabei nicht…

    Menschen bilden sich Meinungen über andere Menschen. Du hast dir hiermit eine Meinung über mich gemacht, die ich so nicht unkommentiert lassen will, weil wir scheinen hier von 2 komplett verschiedenen Standpunkten zu kommen.
    Sowieso. Immer.
    Ich urteile nicht nicht über „Kds“, wie du die jungen Blogger nennst (genauso wenig wie du über mich urteilst).

    Ich versuche mich, halbwegs unzynisch über die Thematik auszulassen. Zynismus weglassen ist aber eine ziemlich schwierige Sache, wir sind eine durch und durch zynische Gesellschaft. Ich kann es wahrscheinlich nicht ganz weglassen. Weil ich es einfach nicht kann. Ich schäme mich auch nicht dafür. Ich kann vieles nicht.
    Ich hab das auch da oben in meinem Beitrag geschrieben, ich weiß nicht, ob du das gelesen hast (und das meine ich, wie ich es sage –ohne Sarkasmus).
    Dass du mir intellektuelles und geläutertes Gehabe unterstellst, seitdem ich studiere, ganz ehrlich, da musste ich ein wenig lachen, weil intellektuell, also, pseudomäßig und geläutertes Gehabe, das hatte ich auch schon auf perfekte Weise inne, als ich noch nicht studiert habe, das würde dir vielleicht auch bekannt sein, wenn du meine früheren Texte kennen würdest (ich will auch dir hier nichts unterstellen, ist mir auch eigentlich schnuppe, wer was liest und nicht), okay, die strotzen alle nur so von Selbstverliebtheit, ich weiß auch nicht woher das kommt. Narzisstische Schübe wegen Unsicherheit oder so.

    Ich würde das mal so als meinen Charme bezeichnen. Ich weiß, das ich halt nichts weiß, ich bin, weiß der Himmel, nicht gebildet. Ich wär’s voll gerne, deshalb tue ich halt ganz oft einfach so, aber komm schon, das doch nicht erst seit gestern! Das hab ich schon angefangen, da war ich, 14, 15.. Aber auf die Erkenntnis, dass ich von nix ne Ahnung habe, bin ich ausnahmsweise mal ziemlich stolz. Die kam relativ spät, aber auch schon vor diesem Post hier.
    Nicht auf die Markenwandsgeschichte. Da empfand ich alles andere als das. Ich musste auch da ein wenig lachen, als du mir da Stolz vorgeworfen hast.
    Apropos Lachen. Ich lache gerne und viel über mich selbst. Wenn man das weiß (und ich glaube, das tut man, FALLS man denn ein halbwegs treuer Leser meines Blogs ist, vermutlich bist du das nicht und kannst das dann natürlich nicht wissen, weiß ich nicht, ich weiß nicht wer du bist, ich kenne nur diesen Text hier ohne jegliche Bezüge und Hintergründe, wie du auch mich nur darüber beurteilen kannst, was ich hier schreibe und geschrieben habe), dann versteht man auch die Markenwandgeschichte, glaub ich, ganz gut. Oder auch nicht, ich kann ja auch nicht alles jedem verständlich machen, geht einfach nicht. Würde ich gerne, kann ich aber nicht.

    „Mein neues Umfeld“ wie du das nennst, meinst du damit mein Studium? Also,einen Großteil der ganzen Nasen dort können mir so ziemlich gestohlen bleiben –weil ich verbohrte Menschen, die viel auf sich halten, nicht leiden kann. Das nur so nebenbei. Also, ich bin auch oft (kmmer?) verbohrt und halte viel von mir, dafür schäme ich mich aber auch sehr. Ich versuche nicht erst seit meinem Studium (und hier muss ich, bitte verzeih mir, schon wieder ein wenig schmunzeln) ein kritisches Auge zu bewahren. Lernt man sowas nicht erst mit der Zeit? Man kommt doch nicht kritisch auf die Welt, oder?
    Ich finde, in meinen Teenagerzeiten war ich ein wenig weniger kritisch als ich es jetzt bin, möchte aber noch behaupten, dass ich kritischer bin und war als ein Großteil meiner gleichaltrigen Mitmenschen. Diese Tatsache finde ich aber ehrlich eher traurig.

    Es geht hier ja natürlich auch um Selbstentlarvung. Ich setzte mich ständig kritisch mit mir selbst auseinander (ich glaube, das ist auch mitunter ein Sinn von einem Blog, wenn’s denn überhaupt einen gibt). Deswegen bin ich dir für deinen Kommentar sehr dankbar.
    Ich will auch eigentlich niemandem was vormachen, Theater gibt’s schon genug auf der Welt.
    Ich glaube einfach, du willst mich als jemanden sehen, der ich nicht bin. Dieses Klischee von der dummen Göre mit ihrem arroganten peinlichen Pseudogehabe –wenn ich das erfüllen würde (und Gott, mit 99%iger Wahrscheinlichkeit tue ich das auch), das würde dir Genugtuung geben, könnte ich mir vorstellen. Also, würde es mir zumindest, wäre ich in einer vergleichbaren Situation -und in der bin ich sehr oft und dann urteile ich immer und immer wieder und schäme mich sehr dafür. Solche Automatismen zu durchbrechen, das ist gar nicht mal so einfach.

    Allerbeste Grüße, wenn auch anonym, aber was will man machen!
    Ach, noch was: Ich komme IMMER IMMER IMMER in freundlicher Mission. Das hätte ich auch gerne mal irgendwann auf meinem Grabstein stehen.

    Und grüße mir die Heimat. ;)

  18. Rike on February 10, 2011 at 01:22

    MEGA gut, da fliegen dir Herzen zu, nach diesem Konter. Meine Herzen.

    <3 <3 <3 <3

    P.S.:
    (aber haben sich auch schon nach dem Artikel Richtung Wien bewegt)

  19. lara on April 16, 2011 at 01:41

    habe nach langer zeit mal wieder hier vorbeigeschaut und auch wenn dieser post nun schon wieder zwei monate her ist… ich verneige mich vor dir, vanessa.

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