24 Raf hours in Berlin/ Transmission1

July 18, 2011

In 24 Stunden Berlin passiert in etwa genauso viel wie in 3 Wochen in Wien (oder doch eher vier). Zumindest ist das bei mir so und alle Welt wird mir zustimmen, dass in der österreichischen Hauptstadt alles halt ein bisschen gemächlicher vonstatten geht. Man wartet auf den Musenkuss und verliert sich ganz schnell selbst im Laissez-faire und dann dümpelt alles in gefühlter Fiaker-Stärke (2 PS) vor sich hin. Aber geh, bitte, alles hat ja so seine Vor-und Nachteile. Da ich mich aber so gern vom lässigen Leben mitnehmen lasse, würde es meiner Produktivität nur förderlich sein, mal ein wenig auf’s Gaspedal zu steigen. Bleifuß, bitte.
Und da ist mir jetzt gerade zufälligerweise die vermutlich eleganteste Überleitung der Welt in den Schoß gefallen (die ich mit diesem Kommentar auch schon wieder vernichtet habe).

Mercedes Benz, der allgegenwärtige Stern am Himmel meiner schwäbischen Heimat, hatte einige Blogs eingeladen anlässlich des Projekts The Avant/Garde Diaries, kuratiert von Raf Simons, welches in den Hallen des bcc stattfand. Unter der Veranstaltung konnte ich mir nicht wirklich etwas vorstellen, das Programm versprach jedenfalls mal einiges (unter anderem diverse Filmvorführungen von “Christiane F.” über “Alien” bis hin zu “Picknick at Hanging Rock”) und konnte meinen Erwartungen am Ende nicht so ganz gerecht werden.

blogger
Meltem, ich und Juliane


Eins war zumindest in Massen vorhanden: Curry-Wurst und Co. Und das reicht der immerhungrigen Partymeute Berlins offensichtlich.

blogger
Zwei Blogger (Dandy Gum und Hapsical) waren zum live-blogging während der Party geladen, leider haben wir sie irgendwie jedesmal verpasst, wenn wir bei ihren “Wohnzimmern” vorbeischauten. Ich weiß auch nicht genau, was sie da jetzt gebloggt haben und was man sich davon letztendlich versprach…

Natürlich konnte man, angesichts der Tatsache, bei wem es sich um den Sponsor handelt, mit einem futuristischen Show-off der “A-CLASS” (also, halt A-Klasse – hat übrigens einen überragenden Feinschliff bekommen!) rechnen. Der war auch ganz cool und dezent inszeniert. Avantgardistisches Understatement?
Angesichts des enormen Aufwands, der rund um das Festival betrieben wurde, hätte ich mir ein wenig mehr Ausstellungsstücke der Beteiligten gewünscht.
These New Puritans spielten dann am Abend zur offiziellen Eröffnung des 3-tägigen Festivals auf und spätestens als Frontmann Jack Bennett ans Mikrofon trat und mich durch seine Performance an Ian Curtis (Hände ans Mikro und Augen geschlossen) erinnerte, war das Konzept rund.

these new puritans

Das Publikum war allerdings eher damit beschäftigt, Getränke nachzuladen und zu essen, aber was anderes habe ich auch nicht wirklich erwartet. Wenn ich eins gelernt hab in meiner Zeit als Besucherin von jeglichen Modeveranstaltungen, dann, dass Modeleute furchtbar gerne gratis essen und noch lieber trinken.
Das Joy Division einen wichtigen Einfluss in der Gestaltung des Events war, war offensichtlich. Denn geladen wurde unter dem Titel Transmission1 und einer der Mitwirkenden war Peter Saville, der auch schon für Joy Division Albumcover designt hat und übrigens auch als einziger bei der geschlossenen Präsentation am Nachmittag interessanten Input gegeben hat, Raf Simons hat leider nur kurz Hallo gesagt. Schade.

dj hell
DJ HELL! In (avantgardistischem?) Wikinger-Outfit.

peter de potter

Peter de Potter
Ein Highlight: Peter de Potters Fotografien

Achja, übrigens ging es bei dem Festival um den Start eines Interview-Magazins im Videoformat (siehe Link ganz oben). Und das fand ich nach erstmaligem Betrachten recht gelungen. Mercedes Benz übt sich in Zurückhaltung. Dass das Ganze vom Automobil-Giganten initiiert wurde, lässt sich auf Anhieb nicht einmal vermuten und auch im About der Website wird die redaktionelle Freiheit gar extra betont.
Allerdings weiß ich immer noch nicht, was Avantgarde jetzt wirklich ist und inwiefern ein alter Mercedes aus dem Besitz Savilles als “Installation” dazu beiträgt (auch, wenn es ziemlich cool war, einen Meter vom Erfinder dieses Kultstücks entfernt zu sitzen). Vielleicht versteht das auch nur der Inner Circle, der die Vorreiterrolle für sich in Anspruch nehmen kann/nimmt/nehmen darf. Ich lass sie mal tapfer in die Bresche springen und komm dann nach, eventuell.

Tags: , , , , ,

4 Responses to 24 Raf hours in Berlin/ Transmission1

  1. [...] Am Mittag nahm ich erst einmal mit den tollen Mädels von Reigen, This Is Jane Wayne, Les Mads, Panda Fuck, Pale, I Love Ponys Mag, Lachsbroetchen und Spotding und vielen anderen am Press und Blogger Summit [...]

  2. [...] Am Mittag nahm ich erst einmal mit den tollen Mädels von Reigen, This Is Jane Wayne, Les Mads, Panda Fuck, Pale, I Love Ponys Mag, Lachsbroetchen und Spotding und vielen anderen am Press und Blogger Summit [...]

  3. meltem on July 18, 2011 at 20:58

    “Wenn ich eins gelernt hab in meiner Zeit als Besucherin von jeglichen Modeveranstaltungen, dann, dass Modeleute furchtbar gerne gratis essen und noch lieber trinken.”

    Haha, du sagst es!

  4. [...] Blogs Amy&Pink, Rei­gen, This Is Jane Wayne, iHe­art­Ber­lin, Les Mads, Panda Fuck, Pale, I Love Ponys Mag, Über­lin, Lachs­bro­et­chen, Tra­ve­let­tes und Spot­ding haben [...]

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*




Abonnieren

bloglovin

Kontakt

contact[at]thepandafck.de
Formspring
Twitter
Presse