Die Olsen-Zwillinge, TOMS und was Slavoj Žižek dazu sagt

August 7, 2011

Das klingt ja nach einer Erfolg versprechenden Zusammenarbeit: Die kleinen Modegigantinnen Ashley und Mary-Kate Olsen kollaborieren mit der LOHA-Marke TOMS (LOHA steht übrigens für “Lifestyles of Health and Sustainability“).
Während die Schwestern Olsen die zahlungskräftigen oder besser gesagt zahlungswilligen Teens und Twens als allzu treue Gefolgschaft ihr eigen nennen können, erfreut sich die Schuhmarke an ihrem Image des Gutmenschentums. Für ein Paar TOMS-Schuhe, das in den wohlhabenden Ländern über die Ladentheke wandert und den Besitzer wechselt, geht nämlich ein Paar der Stoffslipper an ein bedürftiges Kind in einem Dritteweltland. Automatisch Gutes tun, wenn man einkauft. Einfacher kann man sich mit einer wohligen Wärme von Selbstlosigkeit kaum versorgen.

toms
Dass die Modelle, die die Zwillinge designt haben, weggehen werden wie warme Semmeln, dürfte auch klar sein angesichts der Tatsache, dass Einzelteile der Kollektion ihres Labels The Row bis zu 39 000 $ kosten und die Fans der beiden für ein Paar Treter der Marke TOMS im Vergleich dazu nur ca. umgerechnet 100 Euro hinblättern müssen, um ein Stück designed by Olsen besitzen zu können.
Unlängst sah ich ein Video, das Ausführungen Slavoj Žižeks mit Animationen anschaulich visualisierte. Es geht in erster Linie um die Loha-Bewegung, das vermeintlich Gute tun, in dem man konsumiert. Dabei diente eben dieser Schuhhersteller als ein Beispiel und aufgrund der aktuellen Lage und der damit verbundenen Aufmerksamkeit und Präsenz in den Modekreisen, dachte ich mir, diesem Video einen Beitrag zu widmen.

slavoj zizek

Ein bisschen Gesellschafts- und Systemkritik an einem recht kühlen Sonntag im August kann nicht schaden.  Vor allem, wenn es so anschaulich präsentiert wird wie in diesem YouTube-Video. Die Gedanken mitzunehmen und weiterzustricken ist durchaus erwünscht.

Bildquellen: therow.com, Screenshot RSA Animate – First as Tragedy, Then as Farce


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3 Responses to Die Olsen-Zwillinge, TOMS und was Slavoj Žižek dazu sagt

  1. Julia on August 7, 2011 at 20:37

    Was spricht gegen die Idee der Firma? Natuerlich ist es auch eine Marketingstrategie und es wird Kaeufer geben, bei denen das one for one Prinzip letztendlich zum Kauf beitraegt. Ich bin mir auch bewusst, dass TOMS nicht Blakes Mycoskies erste Firmengruendung ist. Aber was gibt es sonst an Fairtrade und Charity Firmen zu kritieren? Leider ist es nunmal so, dass bei vielen Menschen das Haben-Gefuehl groesser ist, als etwas zu geben und wenn auf diese Weise den Kindern und Sehbehinderten Menschen geholfen werden kann, warum nicht? Wenn dann koennte man die Einstellung der Kaeufer und heutigen Gesellschaft kritisieren…

  2. Vanessa on August 7, 2011 at 21:11

    Mir geht es darum, das Video und dessen Inhalt zu verbreiten. TOMS wird im Video erwähnt und ist aufgrund der Zusammenarbeit gerade aktuell in aller Munde und dient deshalb als Aufhänger. :)

  3. c. on November 17, 2011 at 10:51

    Ich frag mich bei sowas immer, wozu die Kids Schuhe brauchen. Also hat da irgendwann mal jemand eine Bedarfsanalyse oder so durchgeführt? Und diese Schuhe sind halt auch in manchen Regionen einfach Quatsch, halten bestimmt nicht lange, nicht wasserbeständig, seine Schuhgröße kennt eh niemand (und ich glaub nicht, dass MKO jedem persönlich einen Schuh überstreift), man spürt jeden Stein durch diese Schuhe, sind also auch eher suboptimal für Menschen in Bergregionen, die Sohle schützt sicherlich nicht so gut vor Glasscherben, Nägeln und anderem Mist, der so auf der Straße rumliegt usw.
    abgesehen davon – wie kann überprüft werden, dass diese Schuhe überhaupt ankommen?

    Klar ist es gut und wichtig, gute Dinge zu tun, aber kann man machen was man will, diese Aktion ist in erster Linie für das Marketing von Toms und für das Gewissen der Käufer gut.

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