
Ehepaar Moor mit den beiden Omas
Wir schreiben November. In einem Monat ist Adventszeit und in ein paar Tagen machen hier schon wieder die ersten Weihnachtsmärkte auf. Ich schlafe solange, dass spätestens nach vier Stunden Wachzustand bereits das Licht angemacht werden muss. Der Alte legt seinen Schatten über die Sonnenuhren und lässt die Winde los. Die aus jeder heißgeglätteten Mähne einen Königspudel machen (trotz Taft).
Es ist November. Keine zwei Monate mehr bis Weihnachten. Und weil das Wetter sowieso meistens beschissen ist und kein Hund (Königspudel!) vor die Türe gejagt werden möchte, macht man Dinge in geschlossenen Räumen (wer sich allerdings kein Haus gebaut hat, der baut sich auch keines mehr, aber man kann ja auch in gemachten Nestern sein Plätzchen finden). Während andere vielleicht Socken häkeln oder Plätzchen backen, tue ich, neben meinen breitgefächerten Tätigkeiten (schlafen, trinken, pöbeln) gerne Filme schauen (tue schauen).
Während andere Tschitty Tschitty Bäng Bäng aus dem Verkaufsregal ziehen und dann an der Kasse bei Saturn merken, dass sie doch keinen Bock auf diese Kamelle haben (nur in der Vorweihnachtszeit tut man sich diesen klebrigen Mist an, irgendwas, was zum pappsüßen Glühwein und dem schweren Christstollen passt), schaue ich lieber gleich meine wohlbekannte Sammlung an unterhaltsamen Weihnachtsfilmchen.
Weil ich finde, dass ich einen sagenhaften Geschmack hat, was Filme betrifft (Hannah Montana– The Movie, ein Meisterwerk!), kommt das nun euch, meinen Leserinnen und Leser, zugute. In keiner bestimmten Reihenfolge werden hier in den nächsten Wochen nun die besten der besten Weihnachtsfilme vorgestellt und empfohlen.
Den Anfang macht Xaver Schwarzenbergers Single Bells aus dem Jahre 1997.
Der wohl gelungenste Underdog-Film im Bezug auf Weihnachten kommt, meiner Meinung nach, aus dem Land, in dem ich zurzeit wohne (Österreich, falls es noch jemand nicht weiß) und das ich mit all seinen Unarten schon irgendwie lieben gelernt habe (dass Aldi hier Hofer heißt und am Samstag um 18Uhr die Schotten dicht macht, verstehe ich immer noch nicht ganz, aber dafür gibt’s hier kein Dosenpfand).
Es handelt sich hierbei um einen Film, der in meiner Familie seit bestimmt zehn Jahren Pflichtprogramm ist.
Single Bells hat diesen typischen österreichischen Humor, den nicht alle verstehen (und das hat auch seine Richtigkeit).
Die Story ist schnell erzählt: Familie trifft sich an Weihnachten, um gemeinsam zu feiern.
Sowas artet bekanntermaßen grundsätzlich aus, wenn man nicht gerade in Bedford Falls wohnt und voller Inbrunst Auld Lang Syne von sich gibt. Ich vermute, die Hälfte der Truppe aus Ist das Leben nicht schön? war sowieso auf Speed wie einst die junge Judy Garland.
Familie Treichl/Moor muss sich mit Eierlikör und Schnaps zufrieden geben und davon braucht sie dann auch wirklich reichlich.
Während Omama ununterbrochen von ihrem kargen Leben und ihrer kleinen Rente jammert (aber trotzdem damals den ersten Farbfernseher der Nachbarschaft hatte), reist Kati, die Schwester vom Luiserl, spontan aus Wien an, weil sie sich kurzerhand mit ihrem Lebensgefährten zerstritten hat (die leidige Babyfrage). Deren Mutter, die wohlhabende Lilibet, fährt dann ebenfalls überraschenderweise mit ihrem Luxusschlitten vor (und bringt Omama natürlich vor Neid fast zum Platzen). Und wenn dann endlich der Weihnachtsbaum brennt, das Weihnachtsgeschenk von Enkelin Sissi wieder auftaucht (es lebt) ist alles genau so, wie es sein sollte.
Ein wahres Fest an Unterhaltung, die man so oberhalb von Bayern wohl nie zustande brächte. Ich bin so kühn, das zu behaupten.
Wer sich einen Vorgeschmack holen möchte, kann das hier tun (die existierende Fortsetzung mit gleicher Besetzung wird hier dann natürlich auch noch abgehandelt). Ansonsten gibt es auch eine DVD, sowie zahlreiche Ausstrahlungen, wenn’s dann endlich so richtig weihnachtet (und sich schon die ersten Marzipankugeln auf den Hüften breit gemacht haben).
Foto über flipthetruck.wordpress.com









Also mein absoluter Favorit ist Schöne Bescherung mit Chevy Chase. Da freu ich mich jedes Jahr drauf!