H&M unter der Lupe: Der ARD-Markencheck vom 23.01.2012

January 26, 2012

h&m

„Da hat euch H&M aber ganz schön im Griff.“ Die jungen Frauen, die für den Markencheck fleißig am Shoppen sind, repräsentieren den deutschen Durchschnitt, der für das schwedische Unternehmen die Nummer 1 ist, was den Umsatz angeht.
Jugendlich mit aktueller Popmusik unterlegt, richtet sich die Sendung Markencheck der ARD dieses Mal vor allem an das junge Volk, der Zielgruppe von H&M. Dass nicht nur die Fast Fashion konsumieren, zeigt das Beispiel der zwei älteren Damen, die nach eigenen Angaben alle 14 Tage eine Filiale frequentieren.
Interviewt wird durch die gesamte Palette der FuZo-Welt.  Natürlich haben alle Befragten irgendwas von H&M an. Das ist wohl nichts Neues.
Dann werden die Teenies in Läden wie Esprit, C&A und schließlich auch KIK geschickt. Wirklich unterscheiden tut sich stiltechnisch bei diesen insgesamt vier Ketten nichts. Dass H&M dennoch beim Coolness-Faktor bei der Masse der Deutschen die Nase am Vordersten hat, liegt an der ausgeklügelten Werbestrategie. Topmodels werden für die Kampagnen gebucht, allesamt super in oder eben Dauerbrenner, die vor Lässigkeit nur so strotzen.
Der Protest gegen Billigmode wird ganz langsam auch in der Modeblogszene lauter. Zumindest meine ich das bemerkt zu haben. In Facebook-Gruppen wird diskutiert und fleißig alles gesammelt, was zum Thema Mode und Nachhaltigkeit passt.
Im krassen Gegensatz dazu stehen die massenhaften mit für H&M, Primark und Co. Werbung überladenen Blogspots, die nahezu ausschließlich mit Content gefüttert werden, der sich da „Haul“, also Raubzug nennt und größtenteils aus Errungenschaften der Shoppingtouren besteht. Und die passieren oft mehrmals die Woche.

Ein zwölfjähriges Mädchen in Bangladesch steht 16 Stunden beim Nähen der Kleidung. In Deutschland verbringt ein Mädchen diese Zeit in den Umkleiden des Bekleidungsherstellers.
Der Grundtenor in den Sphären der Blogs und Online-Präsenzen der großen Tageszeitungen ist ziemlich einstimmig: Der Erkenntnisgewinn hält sich in Grenzen. Macht’s aber nicht weniger schlimm.
Der Ferrero-Markencheck, der vor einigen Monaten auf dem WDR gezeigt wurde, hatte da eindeutig mehr zu bieten.
Leider haben den die meisten wohl aufgrund des eher schlechten Sendeplatzes nicht gesehen.

Ein jeder wartete während der 45 Minute sensationshungrig und vergebens auf den großen Skandal, der letzten Endes nicht kommen wollte. Weil, eigentlich wussten wir das ja schon mit den armen Leuten da irgendwo da drüben, ganz weit weg.
Ware, die in Billigstlohnländern produziert werden, enstehen nahezu ausschließlich immer unter den schlechtmöglichsten Bedingungen.
Das ist eine Binsenweisheit und schon länger bekannt. Ändern tut sich nicht wirklch etwas.

Im Anschluss der Sendung folgte hart aber fair mit dem Titel “Mein Kleid, dein Leid– wer zahlt den Preis”. Darin diskutieren unter anderem Wolfgang Grupp, Chef von Trigema, einer Bekleidungsfirma, deren Sitz im schwäbischen Burladingen ist und die ausschließlich in Deutschland produziert, Rolf  “Rolfe” Scheider, der für Deichmann und Co. in die Bresche springt,  Kirsten Brodde, Autorin des Buches “Saubere Sachen” und noch andere.
Fazit der Sendung: Die Politik zu weich, der deutsche Konsument ein Pfennigfuchser. Immerhin hat man sich mal drüber unterhalten.

3 Responses to H&M unter der Lupe: Der ARD-Markencheck vom 23.01.2012

  1. Anja on January 26, 2012 at 11:04

    Maaan, bin gerade auch an meinem Text dran, die ARD so richtig im Fleischwolf durchzunehmen haha. Fands einfach enttäuschend, dass so wenig recherchiert wurde und nur belanglose Themen ANgesprochen wurden.. Klar. Man hat sich darüber unterhalten – und was nun???

  2. mme on February 12, 2012 at 19:53

    wenigstens jemand enttäuscht mich nie und das bist du. ich weiss: kitsch, kitsch, hurra. selber schuld, du gute.

  3. Schokozwerg on June 23, 2012 at 14:06

    Obgleich Dein Post schon eine Weile her ist, danke dafür! Habe mir gerade den Beitrag über Ferrero angeschaut und fühle mich bestätigt: Hinsehen, kritisch sein und wirklich das Verhalten ändern, als Verbraucher haben wir auch Verantwortung. Viele Grüße!

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